DÜW-Journal - page 6

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Zipline-Park in Elmstein
Auch der Zipline-Park in Elm-
stein hat seit 20. Juni wieder
geöffnet. Viel geändert hat sich
für die Besucher nicht: Es wird
empfohlen, eigene Handschuhe
mitzubringen, auch ein Mund-
Nasen-Schutz gehört dazu. Er
muss überall dort getragen wer-
den, wo der Mindestabstand
nicht eingehalten werden kann.
Wenn im Idealfall nur eine Per-
son auf der Plattform zwischen
zwei Ziplines steht und direkt
weiterfährt, braucht man die
Maske nicht. Die Guides achten
ansonsten darauf, dass maximal
zwei Gäste auf der Plattform
stehen. Die Klettergurte werden
nach jedem Besucher desinfi-
ziert. Schon bisher haben die
meisten Gäste ihren Termin im
Voraus online gebucht, daran
hat sich nichts geändert. Die
Kontaktdaten werden vollständig
erfasst. Lediglich Spontanbesu-
che, die bisher möglich waren,
wenn Termine noch nicht ausge-
bucht waren, funktionieren mo-
mentan nicht. Bei den Einwei-
sungen zu Beginn des Abenteu-
ers wurde die Teilnehmerzahl
von 24 auf 16 Personen redu-
ziert, um die Abstände einhalten
zu können. Sonderevents wie
Junggesellenabschiede können
momentan nicht angeboten wer-
den, außerdem ist der Getränke-
verkauf eingestellt. Dem Vergnü-
gen, durch die Lüfte zu fliegen,
steht also bis auf ein paar Klei-
nigkeiten nichts im Wege – da-
her werde das Ziplining auch
nach wie vor sehr gut angenom-
men, sagen die Betreiber.
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SM
Keine Angst vor Corona: Im Kurpfalzpark werden die Schwäne desinfiziert,
und Schilder informieren über weitere Hygienemaßnahmen.
Fotos: KV/Holz
Urlaub von Corona im Freizeitpark
Kurpfalzpark in Wachenheim und Holiday Park in Haßloch im Test unter Corona-Bedingungen
Ein Tag in einem Freizeitpark ist wie ein kleiner Urlaub. Doch oft gibt es lange Warteschlangen und Gedränge – wie soll so etwas in Coronazeiten funkti-
onieren? Mit guten Hygienekonzepten. Dessen war sich auch Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld sicher und setzte sich dafür ein, dass Rheinland-Pfalz die Öff-
nung der Parks ermöglichte. Denn andere Bundesländer waren ein wenig schneller. Am 10. Juni war es dann auch hier soweit. Das DÜW-Journal hat zwei
Parks unter Corona-Bedingungen getestet.
Kurpfalzpark Wachenheim:
Erholen, beobachten, lachen
Ein Weinfass fängt die Besucher am
Eingangsbereich ab. Dort heißt es Zet-
tel mit Adresse ausfüllen, benutzten
Bleistift in ein separates Behältnis wer-
fen, Maske anziehen, sich anhand der
Abstandsmarkierungen anstellen und
Zettel an der Kasse abgeben. Hat man
den Eingangsbereich passiert, darf die
Maske wieder abgesetzt werden. „Dan-
kenswerterweise halten sich unsere
Gäste an die Hygieneregeln, und un-
ser großer Vorteil ist, dass alle Veran-
staltungen im Freien stattfinden“, er-
zählt Peter Braun, Assistent der Ge-
schäftsleitung. Zusätzliches Personal
sorgt dafür, dass alles coronakonform
abläuft. So wird etwa bei den Schwa-
nentretbooten der Innenbereich nach
jeder Fahrt desinfiziert. Ein Besuch des
Irrgartens, der Vogelgreifschau und
eine Fahrt mit dem Kurpfalz-Express
sind vorerst noch nicht möglich. „Die
meisten Besucher haben dafür Ver-
ständnis. Denn wie sollten wir im Irr-
garten kontrollieren, dass sich die Men-
schen nicht begegnen? Bei der Greif-
vogelschau haben wir gleichzeitig hun-
derte von Gästen. Da eine solche Vor-
führung aber an Fütterzeiten gebun-
den ist, können wir die Show auch
nicht mit weniger Zuschauern beliebig
oft wiederholen. Wem hätten wir da
Zugang gewähren sollen und wem
nicht? Genauso verhält es sich mit un-
serem Kurpfalz-Express. Es wäre mit
Sicherheit zu verärgerten Kunden ge-
kommen, wenn die einen hätten mit-
fahren können und die anderen unse-
ren Park zu Fuß erkunden müssten.
Als Entschädigung für diese geschlos-
senen Attraktionen haben wir vorü-
bergehend unseren Eintrittspreis um
jeweils zwei Euro reduziert und uns
so einiges anderes einfallen lassen“, er-
klärt Braun. „Wir haben einen neuen
Kleinkinder-Spielplatz angelegt, das Pi-
ratennest mit neuer Dekoration verse-
hen, den Wildpark mit Sikawild er-
gänzt und weitere Tiere folgen“, verrät
er. „Das alles war auch nur möglich,
weil unsere Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter flexibel mitgewirkt haben.
Denn viele der ursprünglichen Arbei-
ten wie zum Beispiel Kioskverkauf gab
es ja nicht. So hat sich jeder mit seinen
Fähigkeiten zum Teil in vollkommen
anderen Bereichen eingebracht.“
750 Quadratmeter Parkfläche bieten
in der Tat ausreichend Möglichkeit,
weiträumig Abstand zu halten. Kommt
es doch zur Menschenansammlung,
hat der Clown seinen Einsatz. Mit Old-
timer und Hupe lockt er die Gäste auf
große, freie Flächen, um dort für die
Kinder Figuren aus Luftballons zu kno-
ten und die Gäste mit seiner Show
zum Lachen zu bringen. Das Ziel der
Verantwortlichen, dass die Besucher
im Park das Thema Corona für eine
kurze Zeit ausblenden können, scheint
erreicht, und das bei Umsetzung al-
ler Vorgaben.
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Regine Holz
Holiday Park: Entspannt trotz Maske
Als erstes fällt auf: Wir müssen nicht an-
stehen. Die Kontaktdaten sind erfasst,
wir geben unser Ticket ab – und schon
sind wir im Holiday Park. An einem
Samstag im Juni. Nur 3000 Besucher
können heute rein – an einem gut be-
suchten Sommertag sind es unter nor-
malen Umständen schon mal rund
20.000. Für Gäste des Freizeitparks be-
deutet Corona momentan vor allem:
Weniger Menschen, weniger Anstehen,
weniger Stress. Auch am Free Fall To-
wer, den wir als erstes ansteuern, ist die
Wartezeit nur minimal. Die Maske bleibt
während der Fahrt an. Das stört kaum
und gibt vor allem Sicherheit: Da keine
Sitze frei bleiben, ist beim freien Fall
nix mit Abstand. Dafür wurde in der
Warteschlange auf genügend Platz ge-
achtet, und die eigentliche Fahrt ist nach
wenigen Minuten vorbei.
Was sehr positiv auffällt: An jedem Fahr-
geschäft soll man sich die Hände des-
infizieren. Auf den Wegen sind Pfeile
als Besucherlenkung eingezeichnet. An
beliebten Stellen – etwa dort, wo es Es-
sen gibt oder man picknicken kann –
gelingt es dennoch nicht immer, 1,5 Me-
ter Abstand zu anderen einzuhalten.
Das ist dann aber nur kurz im Vorbei-
gehen, wer sich hinsetzt, hat genügend
Platz.
Parkmanager Bernd Beitz ist ganz zu-
frieden: „Es wird nicht das beste Jahr
des Holiday Parks. Aber es ist besser
als das, was wir uns im März ausgemalt
hatten. Es ist schön, Menschen im Park
zu sehen.“ Seit der Öffnung am 10. Juni
taste man sich nach und nach an etwas
mehr Besucher pro Tag heran. „Momen-
tan ist die Idee, auf 6500 Besucher am
Tag zu gehen. Das sind rund 30 Pro-
zent eines starken Tages, das verteilt
sich gut und ist komfortabel.“
Laut Beitz gelten in Fahrgeschäften ge-
nerell die gleichen Regeln wie imÖPNV,
also Maskenpflicht, aber kein Abstand.
Weil Kinder unter sechs Jahren keine
Maske tragen müssen, gilt für sie die
Abstandsregel. Und so bleiben bei den
meisten Fahrgeschäften Sitze frei, die
Maske darf runter. Außerdem gilt „Mas-
ke auf“ im Eingangsbereich und innen,
also etwa in Shops und beim In-
door-Spielplatz. „Auf Shows verzichten
wir sicherheitshalber komplett“, sagt
Beitz. „Wir bekommen von den Besu-
chern sehr positives Feedback zu den
Hygienemaßnahmen. Insgesamt gilt,
dass wir so viel Sicherheit wie nötig bie-
ten möchten und man so wenig wie
möglich von den Einschränkungen
merkt.“ Häufig finden Absprachen mit
Gesundheitsamt und Behörden statt.
Fazit: Insgesamt ist der Park sehr gut
organisiert, Abstände sind fast immer
möglich und Desinfektionsmittelspen-
der sind reichlich vorhanden. Masken-
muffel finden ausreichend Angebote,
und wer die Maske nicht immer an- und
ausziehen möchte, behält sie einfach
auf. Da weniger los ist, ist der Besuch
sogar entspannter als sonst.
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Sina Müller
Im Holiday Park finden sich viele Desinfektionsmittelspender, und Markierun-
gen auf dem Boden helfen, das Abstandsgebot einzuhalten.
Fotos: KV/Müller
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