DÜW-Journal - page 25

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INFO
Neuer Zweck für Läuferbeutel
Alles war schon vorbereitet, als
Ende März aufgrund der Coro-
na-Pandemie der Marathon
Deutsche Weinstraße abgesagt
werden musste. Auch 4000 Läu-
ferbeutel, gesponsert vom
Hyundai Autohaus Schläfer, la-
gen bereit. Sie finden jetzt eine
neue Verwendung: Ein Teil der
Schulbücher (leider reichen die
Beutel nicht für alle), die jedes
Jahr von der Kreisverwaltung für
die Schulbuchausleihe an weiter-
führenden Schulen gepackt wer-
den, kommt in die Beutel. Die
Idee dazu hatte das Autohaus,
das sich schon bereit erklärt hat,
auch die Marathonbeutel für
2022 zu sponsern. „Alle Sponso-
ren sind für den nächsten Mara-
thon wieder mit an Bord, dafür
möchten wir uns herzlich be-
danken“, so Marathonorganisator
Rolf Kley.
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SM/Foto: KV/Müller
E-Bikes für die Kreisverwaltung
Dienstfahrten der Kreisverwal-
tung werden noch umwelt-
freundlicher, denn ab sofort er-
gänzen zwei E-Bikes den Fuhr-
park. Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter können diese beruflich
nutzen. „Schon seit Jahren ha-
ben wir ein Dienstfahrrad, das
für Touren innerhalb von Bad
Dürkheim auch häufig im Ein-
satz ist. Mit den E-Bikes können
die Kolleginnen und Kollegen
nun ganz einfach sogar etwas
weitere Strecken auf zwei Rä-
dern zurücklegen“, freut sich
Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld.
„Ich hoffe, dass das Angebot
rege genutzt wird und ermunte-
re alle Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter dazu, damit wir gemein-
sam aktiv sind für eine klima-
freundlichere Mobilität.“ Die bei-
den E-Bikes wurden bei einem
Fachgeschäft im Landkreis ge-
kauft. „Auf jeden Fall eine sinn-
volle Investition, für die Umwelt
und den lokalen Handel“, so der
Landrat.
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SM
Mit den beiden E-Bikes: Landrat
Ihlenfeld.
Foto: KV/Müller
„Wichtiges Grundrecht: Recht
auf körperliche Unversehrtheit“
Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld zur aktuellen Corona-Lage
Das Corona-Virus bestimmt große Teile des täglichen Lebens. Vieles ist wieder möglich, aber Abstand, Maske und
Kontaktdatenerfassung erinnern einen ständig daran, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist. Das sei auch richtig,
sagt Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld. Im DÜW-Journal schätzt er die momentane Situation ein.
Herr Ihlenfeld, was sagen Sie zur mo-
mentanen Lage in Deutschland und
im Landkreis Bad Dürkheim?
Wir haben viel geschafft, aber dieser
Erfolg ist zerbrechlich. Gerade merken
wir, dass die Zahl der Neuinfektionen
wieder leicht ansteigt, nachdem sie lan-
ge auf einem stabilen niedrigen Niveau
war. Auch im Kreis Bad Dürkheim hat-
ten wir nach vielen Wochen wieder ei-
nen positiven Fall. Das zeigt uns: Wir
sind noch mittendrin in der Pandemie.
Wir müssen weiter vorsichtig sein. Wir
möchten manchmal das ganze Coro-
na-Thema vergessen, aber wir müssen
noch längere Zeit damit leben.
Bei den niedrigen Zahlen in den ver-
gangenen Wochen hat man auch im-
mer wieder den Vorwurf gehört, die
Einschränkungen seien unnötig…
Auf keinen Fall. Momentan sind wir in
einer Situation, in der das öffentliche
Leben fast wieder „normal“ laufen kann.
Eben mit den Bedingungen, dass Ab-
stand gehalten wird, es gibt je nach Si-
tuation die Maskenpflicht, häufig wird
desinfiziert, die Kontaktdaten werden
erfasst. Das sind Einschränkungen,
aber sie sind der Situation angemes-
sen. Und auch die „harten“ Einschrän-
kungen im Frühjahr waren wichtig:
Nur so haben wir die Ausbreitung der-
art verlangsamt. Und dank der Ver-
nunft der Bürgerinnen und Bürger, die
sich umsichtig verhalten. Das dür-
fen wir nicht gefährden. Das Ziel
der Politik muss es sein, alles zu
tun, um einen zweiten Lockdown
zu vermeiden. Dieser hätte noch
gravierendere wirtschaftliche und
soziale Folgen. Auch für die Schu-
len wäre das prekär. Wenn über
solch einen langen Zeitraum Un-
terricht ausfallen würde, hätte das lang-
fristige Auswirkungen. Es ist also die
Politik gefragt, aber auch jeder Einzel-
ne kann mit seiner Besonnenheit dazu
beitragen, dass wir weiter möglichst
glimpflich durch diese Pandemie kom-
men.
Befürchten Sie, dass Urlaubsrückkeh-
rer das Virus vermehrt in den Land-
kreis tragen?
Ich denke schon, dass das passieren
könnte. Aber wir müssen generell vor-
sichtig sein, ob im Urlaub oder in der
Heimat: Es besteht überall ein Infekti-
onsrisiko. Der Bund plant aktuell, dass
alle Rückkehrer aus Risikogebieten ge-
testet werden sollen, vielleicht verpflich-
tend. Und auch andere Urlauber sol-
len die Möglichkeit haben, sich kos-
tenlos testen zu lassen. Wir bereiten
uns als Gesundheitsamt auf ein erhöh-
tes Testaufkommen vor. Voraussicht-
lich werden diese Tests am Testcenter
in Neustadt durch das Gesundheitsamt
abgenommen. Das Testcenter ist ge-
nauso wie das in Grünstadt seit ein
paar Wochen geschlossen, weil die
Testungen pro Tag drastisch gesunken
sind. Wir haben aber immer gesagt,
wir können diese bei Bedarf wieder
nutzen.
Wo lasse ich mich denn momentan
ohne Testcenter testen?
In der Regel beim Hausarzt, aber auch
im Kreiskrankenhaus Grünstadt und
beim Gesundheitsamt in Neustadt sind
Tests möglich.
Die Testcenter wurden in kurzer Zeit
zu Beginn der Pandemie errichtet,
auch ein Behelfskrankenhaus steht
in den Startlöchern und kann immer
noch aktiviert werden. Gibt es noch
weitere Beispiele für den Einsatz der
Verwaltung?
Das Personal im Gesundheitsamt wur-
de aufgestockt, das hatten wir in der
Juni-Ausgabe des DÜW-Journals schon
behandelt. Kurz danach haben wir
noch die Digitalvisite eingeführt: Infi-
zierte und Kontaktpersonen werden
nicht mehr nur am Telefon nach ihrem
Gesundheitszustand befragt, sondern
auch automatisiert per Mail. Gerade
bei nicht vorhandenen oder leichten
Symptomen wird so wertvolle Zeit ge-
spart, ein Anruf ist nicht mehr täglich
notwendig. Ein Beispiel für die Zusam-
menarbeit über Grenzen hinweg ist
das Monitoring der Metropolregion:
Der Rhein-Neckar-Kreis erfasst die neu-
en Fälle aller Gesundheitsämter in der
Region, sodass jeder Kreis und jede
Stadt immer auf dem aktuellen Stand
des Geschehens bei den Nachbarn ist
und man im Ernstfall schnell gemein-
sam reagieren könnte. Übrigens spre-
chen wir in dieser Pandemie häufig
über die Arbeit des Gesundheitsamts,
die ja auch sehr wichtig ist, ich möch-
te aber auch auf den Einsatz der Ord-
nungsbehörde eingehen: Diese ist eben-
falls stark gefordert. Sie ist Ansprech-
partnerin für die Umsetzung der Co-
rona-Bekämpfungsverordnungen, die
gerade in den ersten Wochen häufig
geändert wurde. Täglich erreichen die
Abteilung viele Anfragen: Was darf ich
und was nicht? Sportevents, Veranstal-
tungen, private Feiern, Konzerte – für
alles gibt es neue Regeln und oft muss
im Einzelfall entschieden werden, was
möglich ist. Und wenn etwas nicht re-
gelkonform lief, kommen hier die An-
zeigen an. Zusätzlich sind zwei Voll-
zugsbeamte vor Ort im Einsatz. Das
alles läuft nicht einfach nebenher, das
gesamte Team ist sehr gefordert.
Wie sollte man sich weiter ver-
halten?
Corona nicht vergessen und um-
sichtig sein. Sich selbst beobach-
ten: Habe ich Symptome? Husten,
Halsschmerzen, Fieber? Dann bes-
ser zuhause bleiben, niemanden
gefährden und sich testen lassen.
Menschenansammlungen gene-
rell meiden – auch privat. Muss ich mei-
nen Geburtstag mit 50 Personen feiern,
auch wenn es wieder erlaubt ist? Mer-
ken, mit wem man sich trifft, für eine
eventuelle Kontaktnachverfolgung. Auf
Abstand achten, Maske tragen, Hygie-
neregeln einhalten. Die Coro-
na-Warn-App installieren. Wenn ich aus
einem Risikogebiet zurückkomme, bin
ich verpflichtet, mich beim Gesundheit-
samt zu melden und in Quarantäne zu
gehen. Ja, das alles schränkt unser Le-
ben ein. Manche empfinden es als un-
verhältnismäßigen Eingriff in die Grund-
rechte. Aber dies ist nötig, um das
Grundrecht auf körperliche Unversehrt-
heit zu gewährleisten.
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Sina Müller
Hinweis: Das Interview wurde am
29. Juli geführt – da sich die Lage
schnell ändern kann, sind manche
Informationen bei Erscheinen des
Hefts Anfang August möglicherweise
nicht mehr aktuell.
„Wir müssen weiter vorsichtig sein“:
Landrat Ihlenfeld im Interview zur
aktuellen Corona-Lage.
Foto: M. Hubach
Das Ziel der Politik muss es sein,
alles zu tun, um einen zweiten
Lockdown mit seinen gravieren-
den Folgen zu vermeiden.
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