DÜW-Journal - page 20

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Symbolischer erster Spatenstich
Breitbandausbau startet in Lindenberg mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer
Mit dem symbolischen ersten Spatenstich startet die bauliche Umsetzung des Glasfaserausbaus im Landkreis Bad Dürkheim. Gemeinsam mit Ministerprä-
sidentin Malu Dreyer wurde am 23. Juli offiziell der Bau im geförderten Kreiscluster in Lindenberg begonnen. Da der Ausbau an mehreren Stellen im Land-
kreis parallel beginnt, fanden noch Spatenstiche im Jägerthal in Bad Dürkheim (30. Juli) und in Bockenheim (4. August) statt. Landrat Hans-Ulrich Ihlen-
feld ist erfreut: „Nach langer Vorarbeit geht es nun endlich an die konkrete Umsetzung.“
„Mit dem Spatenstich geben wir gemein-
sam den Startschuss für den Aufbau zu-
kunftsfähiger Glasfasernetze im Land-
kreis Bad Dürkheim. So machen wir
die Breitbandinfrastruktur fit für die An-
forderungen der Gigabit-Gesellschaft,
damit Bürger und Bürgerinnen, Unter-
nehmen, Schulen, Krankenhäuser und
Verwaltungen die digitalen Möglichkei-
ten der Zukunft optimal nutzen kön-
nen. Die zahlreichen digitalen Lösun-
gen, die aufgrund der Corona-Pande-
mie in so kurzer Zeit umgesetzt wur-
den, zeigen, was bereits jetzt digital
möglich ist und welche Chancen digi-
tale Innovationen noch bereithalten“,
sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
Der Auf- und Ausbau der Breitbandin-
frastruktur sei für die Entwicklung und
Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes
sowohl in der Stadt als auch im Länd-
lichen Raum unverzichtbar.
Insgesamt können rund 9000 Adressen
im Kreisgebiet über das Förderpro-
gramm ausgebaut werden. Ergänzend
hierzu unterbreitet die Inexio allen An-
liegern entlang einer im Rahmen des
Ausbauprojektes liegenden Trasse eben-
falls einen Glasfaserhausanschluss im
eigenwirtschaftlichen Ausbau. Hierdurch
könnten weitere etwa 5000 Adressen
im Kreisgebiet erschlossen werden.
Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld freut sich,
dass nun nach intensiver Vorarbeit die
konkrete Umsetzung erfolgt: „Die in-
tensive und aufwändige Vorbereitung
macht sich jetzt bezahlt. Durch ein
Upgrade in der Förderung durch Bund
und Land können wir jetzt die unter-
versorgten Gebiete zukunftssicher mit
1 Gbit/s erschließen. Zudem statten wir
alle Schulen im Kreis mit einem Glas-
faseranschluss aus.“ Bis Ende 2021 wird
der Ausbau über das Kreiscluster im ge-
samten Landkreis spätestens abgeschlos-
sen sein.
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Sina Müller
Beim Spatenstich (v.li.): Anja Genetsch von Inexio, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Landrat Ihlenfeld und Dr. Ulrich
Nitschke von Atene Kom als Vertreter des Bundes.
Foto: KV/Müller
Landkreis Bad Dürkheim:
Einheitliche Software für die Kreisschulen
Digitalpakt ermöglicht Rundum-Lösung
Eine bessere digitale Ausstattung für
die Schulen im Landkreis: Ein erster
Schritt wird durch den Breitbandaus-
bau getan. Ein weiterer Baustein ist
der Digitalpakt von Bund und Land.
Hard- und Software können mit bis
zu 90 Prozent gefördert werden. Der
Kreis Bad Dürkheim investiert für die
weiterführenden Schulen in seiner
Trägerschaft in eine einheitliche Netz-
werklösung – für Home Schooling,
Schulverwaltung und mehr. Das Pro-
jekt „IServ“ hat sich während der Co-
ronakrise bereits bewährt.
Bereits im vergangenen Herbst wurde
eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller
Schularten, von IT und Kreisverwaltung
gebildet. „Wir wollten wissen, wie wir
die Mittel des Digitalpakts am besten
nutzen können“, erklärt Landrat Ihlen-
feld. Jede Schule sollte darüber hinaus
ein eigenes Medienkonzept entwerfen.
Ein Ergebnis dieser Überlegungen ist
es, nun nach und nach IServ an den
Schulen zu installieren. Dies ist ein kos-
tenpflichtiger Schulserver, der den Auf-
bau eines Schulnetzwerks inklusive
Webportal ermöglicht. So werden meh-
rere Funktionen vereint: Für den Un-
terricht – auch von zuhause aus – kön-
nen Wochenpläne und Aufgaben er-
stellt und Abgabetermine festgelegt wer-
den, und es ist möglich, Texte direkt
im Webbrowser zu schreiben. Ein Vi-
deomodul und ein Messenger ermög-
lichen sichere Live-Kommunikation. Je-
der Nutzer erhält eine Schul-E-Mailad-
resse, die mit verschlüsselter Übertra-
gung funktioniert. Wie in einem Fir-
mennetzwerk bekommt jeder Nutzer
ein eigenes Verzeichnis, in dem Datei-
en abgelegt und mit anderen geteilt wer-
den können. Außerdem sind Netzwerk-
und Benutzerverwaltung, ein Klausur-
plan-Modul sowie diverse Kalender-
funktionen integriert. Das Programm
ist mit verschiedenen Geräten kompa-
tibel, Schüler können sowohl mit ihren
Laptops als auch mit ihren Smartpho-
nes damit arbeiten. Und da alles über
einen eigenen, gesicherten Schulserver
läuft, ist der Datenschutz sichergestellt.
Die Arbeitsgruppe konnte sich im ver-
gangenen Jahr schnell darauf einigen,
dass IServ getestet werden sollte. Das
übernahm das Leininger Gymnasium
(LG) Grünstadt und war begeistert. „Wir
wollten ein Programm mit den Schu-
len beschaffen, das auf ihre Bedürfnis-
se abgestimmt ist, und das haben wir
gefunden. Alle Schulen waren nach
dem Test und der Vorstellung durch das
Leininger Gymnasium überzeugt. Denn
es vereint alle benötigten Funktionen,
kann mit dem Schulverwaltungspro-
gramm gekoppelt werden, ist selbster-
klärend und einfach zu bedienen.“ Ar-
beitskreis und Schulleiterdienstbespre-
chung stimmten daher im Frühjahr für
IServ, auch der Kreisausschuss war da-
für. Das Produkt wurde direkt ange-
schafft. Aufgrund der Corona-Sonder-
situation war dies ohne eine Ausschrei-
bung möglich und konnte schnell ge-
schehen. „Das hat es uns ermöglicht,
dass interessierte Schulen sofort mit
IServ in der Coronakrise für Home
Schooling arbeiten konnten“, erklärt
Rolf Kley, Leiter der Schulabteilung beim
Kreis. Zwar war der Server bisher nur
im LG installiert, aber alle konnten auf
eine Cloud-Version des Programms zu-
greifen, die ähnliche Funktionen hat.
Die Server werden nun nach und nach
an den Schulen installiert. „Wir haben
die Zusage, dass wir bis zur Einführung
von IServ an den einzelnen Schulen die
Cloud-Version kostenfrei nutzen kön-
nen. Dadurch sind das Home Schooling
und die Kommunikation gewährleistet“,
sagt Kley. Aus der Teststellung am LG
Grünstadt wurde schon ein Echtbetrieb.
Parallel laufen aktuell die Planungen
und Gespräche mit der BBS Bad Dürk-
heim, wo IServ als nächstes komplett
eingesetzt werden soll. Die weitere Um-
stellung der Schulen erfolgt Zug um Zug,
auch müssen parallel die technischen
Rahmenbedingungen (Infrastruktur wie
Kabel, WLAN etc.) in den Schulen ge-
schaffen werden. Bei insgesamt 14 Schu-
len in Kreisträgerschaft wird es etwa
eineinhalb bis zwei Jahre dauern, bis
alle angeschlossen sind. Der Digitalpakt
ermöglicht eine Förderung von 90 Pro-
zent: nicht nur für IServ, sondern auch
für weitere digitale Ausstattung an den
Schulen. Der Förderantrag mit insge-
samt 4,3 Millionen Euro wurde im Juli
auf den Weg gebracht. Darin enthalten
ist neben den Schulservern auch die
Verkabelung und Vernetzung in den
Schulen, Geräte wie interaktive Dis-
plays, Dokumentenkameras, 3-D-Dru-
cker, VR-Brillen, Laptops, Tablets und
mehr. „Der große Vorteil für den Kreis
ist, dass wir dann ein Programm an all
unseren Schulen haben. Bisher sind
mehrere Lösungen im Einsatz, die un-
terschiedlichen Support benötigen. In
Zukunft kann die Kreis-IT das System
verwalten und warten. Hierfür wird
eine zusätzliche Stelle geschaffen“, er-
klärt Kley. Bundesweit nutzen derzeit
circa 2400 Schulen IServ, hauptsächlich
im Norden Deutschlands. Rechnet man
die Cloud-Nutzung mit, sind es 4000
Schulen.
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Sina Müller
AV-Medienzentrum
Das AV Medienzentrum des
Landkreises Bad Dürkheim und
der Stadt Neustadt ist Ansprech-
partner für 73 Schulen in Sachen
Heimunterricht und Digitalisie-
rung. „Wir beraten die Schulen
und helfen individuell weiter“,
sagt Leiter Christian Hennicke.
„Wir haben auch eine Lern-Ma-
nagement-Plattform für Daten-
austausch entwickelt, die gut
läuft“. Tipps und Antworten
rund ums digitale Lernen auf:
/
schuleonline. Beim Medienzent-
rum können I-Pads ausgeliehen
werden:
-
rum.de/ipads
|
SM
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