DÜW-Journal - page 9

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Bildungsfreistellung bei der KVHS
Beschäftigte in Rheinland-Pfalz
haben einen Rechtsanspruch
auf Bildungsfreistellung bei
Fortzahlung des Arbeitsentgel-
tes durch den Arbeitgeber. Bil-
dungsfreistellungsmaßnahmen
sollten allerdings frühzeitig
beim Arbeitgeber beantragt
werden. Bildungsfreistellungs-
kurse bietet auch die KVHS:
Englisch für den Beruf B1/B2:
In diesem Intensivkurs kann
fundiertes Grundwissen in Eng-
lisch erweitert werden. Themen-
kreise sind Work-Life-Balance,
Kommunikation im Büro und
auf der Geschäftsreise, Verhalten
in anderen Ländern und Umgang
mit Kunden im Ausland. Der
Schwerpunkt liegt auf dem Spre-
chen. Auch die Grammatik wird
geschult (Präsens, Futur, Vergan-
genheit, Modalverben, False Fri-
ends, Konditional). Die Dozentin
ist Übersetzerin und LCCI-quali-
fied Trainer holding the DTBE
Diploma (Sprachzertifikat für
Business Englisch Trainer).
Mo, 7.1., bis Fr, 11.1., 9-15 Uhr,
KVHS-Geschäftsstelle Bad Dürk-
heim, Anmeldung: 06322/961-
2444
Multiplikatoren-Training
zur kollegialen Intervision
Die Arbeit in sozialen, pädagogi-
schen und medizinisch-thera-
peutischen Berufskontexten ist
anspruchsvoll und bedarf einer
besonderen Weitsicht und Ver-
antwortungsbewusstsein im
Hinblick auf die Kunden. Dazu
kommt eine Vielzahl von Erwar-
tungen seitens des Trägers oder
des Auftraggebers. Durch den
strukturierten Beratungsablauf,
den das Training vermittelt, wird
die eigene berufliche Zufrieden-
heit gesteigert und berufliche
Fragen werden beantwortet.
Durch den Erwerb neuer Ge-
sprächskompetenzen können
herausfordernde Situationen bes-
ser gemeistert werden und die
sogenannte „Schwarmintelli-
genz“ der Kollegen für den eige-
nen Berufskontext genutzt wer-
den. Die Dozentin ist Sozialpäd-
agogin, Systemische Beraterin,
Lehr- und Qualitätsbeauftragte.
Das Seminar kann auch privat,
also nicht über das Bildungs-
freistellungsverfahren, gebucht
werden.
Mo, 24.6., bis Mi, 26.6., 9.30-
16.30 Uhr, KVHS-Geschäftsstel-
le Bad Dürkheim, Anmeldung:
06322/961-2444, Anmelde-
schluss: 1.6.19
Kurse und Termine
Lesespaß: Im Literaturkreis der VHS Grünstadt dreht sich alles um Bücher.
Foto: Geralt/Pixabay
Interview:
Kursleiter Bernd Schenk über den Literaturkreis der VHS Grünstadt
„Literatur ist ein Lebenselixier“
Fast 30 Jahre lang, seit 1992, gibt es
den Literaturkreis der VHS Grünstadt.
Und genau so lange leitet ihn Bernd
Schenk. Der Gymnasiallehrer aus Op-
penheim, der auch bei der Ingelhei-
mer Fridtjof-Nansen-Akademie für po-
litische Bildung als Literaturpädago-
ge tätig war, stellte sich damals der
Konkurrenz eines Frauen-Literatur-
keises, den es bereits gab, und schrieb
mit dem „Grünstadter Kursmodell“
eine Erfolgsgeschichte. Im DÜW-Jour-
nal erzählt er, wie es dazu kam und
worauf es ihm ankommt.
Herr Schenk, wenn es schon einen Li-
teraturkreis gab, was war dann Ihre
Intention, einen weiteren zu grün-
den?
Ich hatte keine Intention. Die Idee wur-
de von der VHS Grünstadt an mich he-
rangetragen. Wir wollten einen offenen
Kurs für alle Literaturinteressierten ha-
ben, für Frauen wie Männer, für Alt
und Jung, also eine geschlechter- und
generationenübergreifende Gruppe.
Sie waren sofort dabei. Was hat Sie
dazu bewogen?
Bücher sind meine Welt. Literatur ist für
mich ein Lebenselixier. Mit Literatur
kann man Lebensbewältigung leisten.
Und wie darf man sich diesen Litera-
turkreis vorstellen?
Zentral ist, dass wir immer ein Thema
vorgeben, ein Dachthema, das an ei-
nem oder mehreren Abenden behan-
delt wird. Das ist wichtig für die Pro-
grammplanung der VHS. Und so weiß
auch jeder, was ihn erwartet. Falsche
Erwartungen oder gar Enttäuschungen
können schon im Voraus möglichst ver-
mieden werden. Auch ist das Thema
wichtig für das jeweilige Publikum und
für mögliche neue Teilnehmer. In der
ersten gemeinsamen Seminarsitzung
stelle ich eine Auswahlliste an Büchern
vor und gebe einen kurzen Überblick
über die Inhalte. Der Kurs stimmt dann
über die endgültige Leseliste ab. Schließ-
lich werden die kommenden Sitzungs-
stunden zum jeweiligen Buch termi-
niert. Aktuell ist das Dachthema zum
Beispiel die tschechische Literatur.
Wen interessiert das? Gibt es gewisse
Zielgruppen?
Das weiß man vorher nie so genau.
Für mich ist es immer spannend, wie
sich die Gruppe zusammensetzen wird.
Diesmal ist der Altersdurchschnitt et-
was höher.
Wie wählen Sie die Vorschlagsliste
aus?
Trivialliteratur lassen wir immer außen
vor. Die Werthaltigkeit der Romane ist
mir sehr wichtig. In der Literatur lernt
man sehr viel über die Gesellschaft und
ihre Entwicklung. Die Gesellschaft bil-
det sich in der Literatur ab.
Ufert die Auseinandersetzung mit den
Büchern dann nicht schnell in eine
politische Debatte aus?
Ich achte als Moderator darauf, dass
die Literatur selbst im Mittelpunkt bleibt.
Zeitbedingte ideologische Konzepte
und postmoderner Theorieballast sol-
len klar dahinter zurücktreten. Es geht
um Lesespaß, Neugier und den Lektü-
re- und Verstehensprozess.
Wenn sich alle heißreden, wie brin-
gen Sie die Diskussion zu Ende, ohne
dass es wie ein Abbruch wirkt?
Die Uhrzeit spielt natürlich dabei eine
entscheidende Rolle. Wir haben sonst
keine feste Struktur. Man kann das
Thema ja auch beim nächsten Treffen
noch mal aufgreifen, wenn der Kurs
das Bedürfnis danach äußert.
Der Literaturkreis ist erfolgreich. Was
die Teilnehmerzahlen angeht, ist es
der größte Kurs der VHS Grünstadt.
Wie hat sich das entwickelt?
Der Kreis ist tatsächlich über die Jah-
re gewachsen. Wir haben mit acht bis
zwölf Teilnehmern angefangen, dann
waren es zwölf bis 16. Und in der jün-
geren Vergangenheit kommen regel-
mäßig mehr als 20 Teilnehmer. Das
große Interesse ist sehr erfreulich. Of-
fenbar gibt es genug Menschen, die
sich für Literatur interessieren und
Leseerfahrungen austauschen wollen.
Dafür ist dieser Kreis wie geschaffen.
Das ist schön, zumal das Buch ja ei-
gentlich totgeredet wird und heute
viele Leser schon nach wenigen Zei-
len aus der Lektüre aussteigen. Oder
wie sehen Sie das?
Das ist genau mein Bemühen, da-
gegen anzukämpfen. In dem Kreis
zeigt sich, wie interessant der Um-
gang mit dem Buch in seinen unter-
schiedlichen Ausführungen sein kann.
Und wir sind der Meinung, dass man
Bücher auch ganz lesen kann. Es ist
immer wieder überraschend, die ver-
schiedenen Vorstellungen, Eindrücke
und Emotionen, Positionen und Mei-
nungen der Teilnehmer zum selben
Buch zu sehen.
Und wie sind die Rückmeldungen?
Sehr positiv. Alle sind wirklich immer
sehr engagiert bei der Sache. Da wird
recherchiert, es werden Autorenblät-
ter mitgebracht. Das ist ungeheuer be-
fruchtend.
|
Interview: Gisela Huwig
Schätzt Literatur auch als Lebenshilfe:
Bernd Schenk.
Foto: KV/Müller
Zur Sache:
Autorenseminar des Literaturkreises
Er gilt als Essayist, Feuilletonist, Jour-
nalist und Romancier von europäi-
schem Rang: Im Jahr 2019 steht der
große jüdische Schriftsteller Joseph
Roth im Mittelpunkt des kultur-
politischen Interesses, sowohl in
Deutschland als auch in Österreich.
Dies aus zwei Gründen: Es jähren
sich einerseits zum achtzigsten
Mal sein tragisches Todesjahr 1939,
andererseits sein Geburtsjahr 1894
zum hundertfünfundzwanzigsten
Mal. Die beiden Jubiläen nimmt auch
der Literaturkreis Grünstadt zum
Anlass, sich 2019 mit dem Gesamt-
werk des Autors intensiv und kritisch
auseinanderzusetzen, und zwar „auf
einer literarisch-stilistischen Tour
d‘Horizon der besonderen Art“, wie
Kursleiter Bernd Schenk verspricht.
10x ab Di, 29.1., 18.30-20 Uhr,
Grünstadt, Leininger Gymnasium,
Raum 1.02, Anmeldung:
VHS Grünstadt, 06359/9297235
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