DÜW-Journal - page 24

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Pfalz:
Tierseuchenverbund übt Einsatz nach fiktivem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest
Testlauf im Bienwald für den Ernstfall
Es war nur ein Testlauf! Zwei Tage
im Oktober hat der Tierseuchenver-
bund Rheinpfalz, der die Landkreise
Germersheim, Südliche Weinstraße,
Rhein-Pfalz-Kreis und Bad Dürkheim
umfasst, den Echtfall geübt: einen
Ausbruch der Afrikanischen
Schweinepest (ASP) bei Wildschwei-
nen im Bienwald und in einem Haus-
schweinestall.
Bis ins Detail probte der Krisenstab
die Abläufe, trommelte alle notwendi-
gen Organisationen und Fachberater
zusammen, um erforderliche Maßnah-
men festzulegen und umzusetzen. Si-
cherheitszonen und Absperrgebiete
wurden festgelegt, Einsatzkräfte, das
Absuchen eines Waldareals, das Ber-
gen und die Probeentnahme von Tier-
kadavern und das sichere Ausschleu-
sen von Fahrzeugen und Personen ko-
ordiniert. Rund 50 Personen waren da-
für jeweils den ganzen Tag im Krisen-
zentrum im Einsatz.
Für alle Szenarien vorbereitet sein
„Die gemeinsamen Übungen im Tier-
seuchenverbund Rheinpfalz haben sich
seit vielen Jahren bewährt. Die Mitar-
beiter kennen sich, im Notfall sind die
Ansprechpartner schnell gefunden, und
jeder kann auf die Unterstützung des
anderen zählen. Wir alle müssen auch
über Kreisgrenzen hinweg für alle mög-
lichen Szenarien vorbereitet sein, dar-
unter die Afrikanische Schweinepest“,
so die Landräte der Verbunds-Land-
kreise, Hans-Ulrich Ihlenfeld (DÜW),
Dr. Fritz Brechtel (GER), Dietmar See-
feldt (SÜW) und Clemens Körner (RPK).
Die Afrikanische Schweinpest ist für
Menschen und alle Tiere NICHT ge-
fährlich – außer eben für Schweine,
bei denen eine Infektion mit dem Vi-
rus meist tödlich endet. Neben den
schweren Erkrankungen in den Wild-
schweinbeständen hätte ein Ausbruch
der Seuche außerdem gravierende wirt-
schaftliche Folgen.
Sandsäcke für Wildschweinkadaver
Am zweiten Übungstag liefen die er-
forderlichen Maßnahmen im Fundge-
biet an: Suchtrupps strömten aus, um
verendete Wildschweinkadaver – dar-
gestellt durch Sandsäcke – zu bergen
und Proben zu entnehmen. Auch De-
kontaminationsschleusen für Fahrzeu-
ge und für Personen gingen in den
Testbetrieb. Die Fachleute zeigten sich
zufrieden, denn sowohl die Suche wie
auch die Abläufe an den Schleusen
funktionierten bestens. Hier waren ins-
gesamt rund 100 Personen aktiv, au-
ßerdem kamen etliche Übungsbeob-
achter, unter anderem von Landessei-
te, dazu.
Übung gibt Sicherheit
Die Kreischefs wissen um die wichti-
ge Arbeit ihrer Fachleute in den Ver-
waltungen und aller Organisationen,
„denn die Afrikanische Schweinepest
kann schneller näher an die Pfalz rü-
cken, als wir es uns natürlich erhoffen.
Die Übung gibt uns Sicherheit in den
Abläufen und in der Umsetzung der
vorgegebenen Maßnahmen. Eine Seu-
che macht nicht an Grenzen halt, nicht
an Ländergrenzen, nicht an Kreisgren-
zen.“ Die Übung im Stab und im Bien-
wald wurde von Fachleuten aus allen
vier Kreisverwaltungen und mit Unter-
stützung des Technisches Hilfswerks,
des Deutschen Roten Kreuzes, der Feu-
erwehren, der Forstverwaltungen, der
(Bundes-)Polizei, der Malteser, der
Deutschen Lebensrettungsgesellschaft,
der Bundeswehr und Vertretern des
Jagdverbandes und der Landwirtschaft
durchgeführt.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
Die Landräte ergänzen: „Die Übung
hat bewiesen, dass die Zusammenar-
beit gut funktioniert, aber auch gezeigt,
wo wir vielleicht etwas nachbessern
können. Genau deshalb betreiben wir
diesen Aufwand. Wir werden daher in
den kommenden Jahren weiter gemein-
sam üben. Unser Dank gilt allen Kräf-
ten, die an beiden Tagen im Einsatz
waren, viele davon sogar ehrenamt-
lich. Danke!“
|
Astrid Neumann
In der Dekontaminationsschleuse:
Lkw des THW.
Fotos: KV Germersheim
Zur Fundstelle vorgerückt: Suchtrupp im Wald.
Bad Dürkheim:
Saale-Holzland-Kreis stellt zwei Mannschaften zum Fußballturnier
Besuch aus dem Thüringer Partnerlandkreis
Neben Mannschaften aus der Region
nahmen auch zwei Teams aus dem
Saale-Holzland-Kreis am 36. Er-
win-Flockerzi-Behördenfußballtur-
nier Ende Oktober teil.
Neben den „Old Stars“ stellt nun zum
mittlerweile zweiten Mal das Landrat-
samt aus der Kreisstadt Eisenberg eine
Mannschaft. Unter die ersten Plätze
schafften es jedoch weder die Freun-
de aus Thüringen, noch die Gastgeber
der Kreisverwaltung Bad Dürkheim.
Der mit den Sportlern angereiste Land-
rat des Saale-Holzland-Kreises, Andreas
Heller, freute sich trotzdem über den
fairen sportlichen Austausch zwischen
den Partnerkreisen.
Einen Einblick in einen alteingesesse-
nen Familienbetrieb erhielten die Gäs-
te anschließend bei einer Führung
durch das Dürkheimer Weingut und
Destillerie Mesel. Neben Stefan Mesel,
der die Delegation gut gelaunt mit ei-
nem Glas Sekt auf die Tour einstimm-
te, begrüßte auch der Seniorchef Lud-
wig Mesel die Gäste. Auch hier verbin-
det der Sport: Als begeisterter Läufer
bestritt der Senior in der Gruppe der
Ü 80 beim diesjährigen Marathon Deut-
sche Weinstraße, an dem auch wieder
Athleten aus dem Saale-Holzland-Kreis
teilnahmen, die Halbmarathondistanz
in einer beachtlichen Zeit. Kurzweilig
führte Stefan Mesel die Gäste durch
den Betrieb und die Brennerei, wobei
eine Beprobung der Erzeugnisse nicht
zu kurz kam. Eine Besonderheit für
die Gäste war die Verkostung im Wein-
berg direkt an den Reben, die die Trau-
ben für den Wein im Glas lieferten.
Auch im nächsten Jahr sind der Be-
such zum Dürkheimer Wurstmarkt und
die Teilnahme am Behördenfußball-
turnier bei den Thüringern wieder fest
eingeplant. Den ersten Platz beim Be-
hördenfußballturnier belegte im Übri-
gen die Mannschaft der Verbandsge-
meinde Römerberg-Dudenhofen, ge-
folgt von der Kreisverwaltung Kai-
serslautern und dem Finanzamt Lud-
wigshafen.
|
Arno Fickus
Dabei sein ist alles: das Team der Kreisverwaltung Bad Dürkheim ...
... und die Spieler aus dem Saale-Holzland-Kreis.
Fotos: Susann Kleine-Boymann
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