DÜW-Journal - page 22

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Bad Dürkheim:
„Qualitätsentwicklung im Diskurs“ – Fünf Kitas im Kreis zertifiziert
Gemeinsamer Weg für Qualität in der Kita
Was bieten wir an? Was machen wir
gut? Wo können wir uns verbessern?
„Qualitätsentwicklung im Diskurs“
(QiD) ist ein Ansatz, die Qualität in
Kindertagesstätten systematisch zu
verbessern und diese selbst zu kon-
trollieren. Seit rund eineinhalb Jah-
ren koordiniert das Kreisjugendamt
das Angebot und unterstützt die kom-
munalen Kindertagesstätten im Kreis
dabei. Fünf Kitas haben den Prozess
erfolgreich durchlaufen. Beim zwei-
ten Fachtag für die Teilnehmer am
15. November in Bad Dürkheim gra-
tulierte der Erste Kreisbeigeordnete
Claus Potje zu dieser Leistung.
Übergänge besser gestalten
Die
Kita Pusteblume in Wachenheim
hatte sich den Baustein „Gestaltung der
Übergänge“ vorgenommen: vom El-
ternhaus in die Krippe in die Kita in
die Schule in den Hort. Die Einrich-
tung war begeistert vom Thema und
ist nach einem Jahr überzeugt: „Wir
können uns gut weiterentwickeln.“
Eltern mehr miteinbeziehen
Nicole Eisenbeis, Nicole Diemer und
ihr Team hatten sich in der
Kita Lö-
wenzahn in Kirchheim
der „Famili-
enorientierung“ gewidmet. „Unsere Fra-
ge war vor allem, wie wir die Eltern
miteinbeziehen.“ Besonders freuen sie
sich über die große Unterstützung der
Ortsgemeinde als Träger und der El-
tern. Als nächsten Punkt möchten sie
das Thema Sozialraumorientierung und
Vernetzung angehen: mit anderen Kitas
austauschen und neue Perspektiven
einnehmen. „QiD ist immer ein Pro-
zess, wir wollen nicht stehenbleiben.“
Familienarbeit optimieren
Dieselbe Überschrift – nämlich „Fami-
lienorientierung“ – hat sich auch die
Kita Grashüpfer aus Laumersheim
für
ihre Überlegungen gegeben. „Wir wa-
ren unzufrieden mit unserer Familien-
arbeit, haben aber gemerkt, dass wir
schon ganz viel machen. Wir sehen es
jetzt positiv und bekommen viele gute
Rückmeldungen von den Eltern.“
Bildungspartner gesucht
Das
Haus des Kindes in Grünstadt
widmete sich dem Baustein „Erziehung-
und Bildungspartnerschaften“. Markus
Schubert berichtet: „Wir geben den Kin-
dern viel Raum. Wir wollten den El-
tern ebenso Raum geben – wortwört-
lich – und haben einen Raum für El-
terngespräche geschaffen. Außerdem
bieten wir jetzt Hospitationen für El-
tern an, die einen Tag den Alltag ih-
res Kindes bei uns erleben können.“
Geänderte Familienkonstellationen
Manuela Espenschied von der
Kita „An
der Bach“ in Freinsheim
zeigt, wie
vielfältig die Interpretation der einzel-
nen Bausteine sein kann. Auch ihre
Kita beschäftige sich mit „Erziehungs-
und Bildungspartnerschaften“, setzte
den Fokus aber auf die Vielfalt und
Veränderung von Familienkonstellati-
onen. „Wir möchten die Eltern im Fa-
milienleben mehr unterstützen. Dar-
um haben wir unseren Aufnahmefra-
gebogen überarbeitet, um besser her-
auszufinden, was die Eltern brauchen.
Wir haben mehrere Ordner entwickelt,
um Infos zu Unterstützungsmöglich-
keiten bei Bedarf schnell griffbereit zu
haben. Darunter einer mit Bildern, für
die Verständigung mit Familien mit
Migrationshintergrund. Auch Kontak-
te zu Dolmetschern haben wir aufge-
baut.“
„Große Leistung“
Es sei eine große Leistung, den Pro-
zess komplett zu durchlaufen, erklär-
te Marina Swat vom Institut für Bil-
dung, Erziehung und Betreuung in der
Kindheit Rheinland-Pfalz (IBEB). Das
IBEB begleitet den QiD-Prozess, da-
mit die Kitas effektiv und strukturiert
herausfinden können, welche Angebo-
te es bereits gibt, was die weiteren Be-
dürfnisse sind und wie diese umzuset-
zen sind. Zur Steuerung werden in den
Kitas Tandems gebildet aus Leitung
und pädagogischer Fachkraft. Die Tan-
dems aus je fünf Kitas bilden eine Re-
gionalgruppe, die sich fünf Mal im Jahr
trifft. In diesen Arbeitstreffen bekom-
men sie von einem Prozessbegleiter
Hinweise, Methoden und Materialien,
um die Themen anschließend im ei-
genen Team aufzuarbeiten. Daneben
gibt es einmal jährlich einen Fachtag
mit Vorträgen und Austausch.
22 Einrichtungen aus dem Kreis arbei-
ten momentan mit dem QiD-Ansatz.
Nach einem Jahr erhält die Kita ihr
QiD-Zertifikat, das vier Jahre gültig ist
– so wie jetzt die genannten Kitas. Wei-
tere Bausteine können sich anschlie-
ßen. Allerdings endet nach einem Jahr
die Betreuung durch das IBEB – die
Werkzeuge können die Kitas nun selbst-
ständig einsetzen.
Unterstützung von Kreisverwaltung
„Unterstützung erhalten sie weiterhin
von uns als Fachberatung“, sagen Ca-
roline Theis und Stefanie Jackob von
der Kreisverwaltung. Für die Teilnah-
me ist für jede Kindertagesstätte ein
Betrag von 1500 Euro erforderlich. Die-
ser Betrag wird im Rahmen der Mittel-
verwendung des ehemaligen Betreu-
ungsgeldes zur Finanzierung von Maß-
nahmen zur Verbesserung der Quali-
tät in Kindertagesstätten im vollen Um-
fang vom Kreis finanziert. Das Kreisju-
gendamt ist zudem für die Koordinati-
on zwischen Trägern, Einrichtungen
und IBEB verantwortlich.
|
Sina Müller
Die Vertreter der für den Prozess „Qualitätsentwicklung im Diskurs“ zertifizier-
ten Kitas mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Claus Potje (2.v.li.).
Foto: KV/Müller
Neustadt:
Neuer Leiter im AV-Medienzentrum will Ausbau vorantreiben
Moderne Medien statt alter VHS-Kassetten
VHS-Kassetten entsorgen und die
Homepage weiter ausbauen: Das sind
nur die kleineren Ziele von Christian
Hennicke. Er folgt als Leiter des AV-Me-
dienzentrums der Stadt Neustadt und
des Landkreises Bad Dürkheim mit
Sitz in Neustadt auf den langjährigen
Vorgänger Gerhard Julier.
Im AV-Medienzentrum können Lehr-
kräfte sich Medien – insbesondere Fil-
me – kostenlos ausleihen, die auf den
Lehrplan abgestimmt und digital ver-
fügbar sind und sich leicht in den Un-
terricht einbauen lassen. Alle 73 Schu-
len des Einzugsgebiets können das
AV-Medienzentrum nutzen. Hinzu kom-
men andere pädagogische Einrichtun-
gen, vom Kindergarten bis zur Volks-
hochschule, sowie Vereine.
„Leider ist das Angebot oft unbekannt“,
sagt Hennicke, der unter anderem eine
Erweiterung und Aktualisierung des
Medienarchivs anstößt: Er will VHS-Kas-
setten weitestgehend entsorgen, da die-
se kaum noch ausgeliehen werden, und
bestehende Filme und interaktive Ver-
leihmedien sortieren und das Angebot
sinnvoll erweitern. „Weitere Anschaf-
fungen werden natürlich hochwertige
Filme und interaktive DVDs sein mit
Online-Lizenzen sowie auch weitere
iPads, Lego Weedo-Kästen für Grund-
schulen, kleine programmierbare Droh-
nen, die in den Verleih gehen werden.“
Das System für die iPads soll komfor-
tabler werden, damit die Tablets – die
von Schulen projektorientiert ausgelie-
hen werden können – schneller zur Ver-
fügung stehen und Apps einfacher in-
stalliert werden können.
Das Zentrum biete außerdem Beratung
für Schulen und Schulträger an zu The-
men wie Umsetzung des Medienkom-
passes Rheinland-Pfalz, Einsatz digita-
ler Medien, Erstellung eines Medien-
konzepts und zum Landesprojekt „Me-
dienkompetenz macht Schule“. Weiter
berate und unterstütze man Schulen bei
Studientagen und biete Workshops an,
etwa zu iPads im Unterricht, Urheber-
recht und Jugendmedienschutz. Ab 2019
soll es auch offene Sprechstunden ge-
ben, bei denen man für eine kurze Be-
ratung, etwa zu GPS-Geräten oder
Smartphones, vorbeikommen könne,
so Hennicke.
Der 47-Jährige wohnt in Bad Dürkheim
und ist seit 1998 Lehrer an der Jus-
tus-von-Liebig-Realschule plus in Max-
dorf mit den Fächern Chemie, Physik
und informatische Bildung. Seit 2011 ist
er stundenweise abgeordnet an das Pä-
dagogische Landesinstitut in Speyer als
regionaler Koordinator für das Projekt
„Medienkompetenz macht Schule“. Er
ist stellvertretender Vorsitzender des
Landesarbeitskreises Medien und wird
weiter am Pädagogischen Landesinsti-
tut tätig sein. Im Medienzentrum-Team
sind außerdem der stellvertretende Lei-
ter Thorsten Priefling und Gudrun Ben-
tz von der Kreisverwaltung.
|
Sina Müller
Neuer Leiter des AV-Medienzentrums:
Christian Hennicke.
Foto: privat
INFO
Schulstr. 12, Neustadt /
Mussbach, 06321/968793,
Mo, Fr nach Vereinba-
rung: info@av-medienzen-
trum.de, Mi 9-15 Uhr, Do
9-16 Uhr,
zentrum.de
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