DÜW-Journal - page 17

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Lösungen bei Eis und Schnee
Wie jeder Bürger im Winter zur reibungslosen Müllabfuhr beitragen kann
Vor kurzem konnte man sich noch nicht vorstellen, dass es ein richtiger Winter wird. Doch der nächste Schnee
kommt bestimmt und damit wird wie jedes Jahr die Müllabfuhr mit winterlichen Straßenverhältnissen kämpfen müs-
sen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb möchte einen Einblick in die Hintergründe eröffnen, um Verständnis werben und
um Unterstützung für einen möglichst reibungslosen Ablauf bitten.
Kleine Straßen, die nicht geräumt sind,
Container und Tonnen, die sich nicht
durch Schneemassen bewegen lassen,
festgefrorene Abfälle im Behälter: Die
Müllleute geben im Winter trotz aller
Widrigkeiten ihr Bestes und erledigen
„eiskalt“ einen Knochenjob. Jeder kann
dazu beitragen, ihn etwas leichter zu
machen:
Problem – Befahrbarkeit der Straßen
Bei nächtlichem Schneefall sind in den
Morgenstunden viele Straßen noch
nicht geräumt. Besonders in kleinen
Nebenstraßen erfolgt über mehrere
Tage keine Räumung, und es hat sich
eine Eisschicht gebildet. Leicht können
Müllfahrzeuge so parkende Autos be-
schädigen oder zur Seite abrutschen,
so dass eine aufwendige Bergung not-
wendig wird. Die Fahrer haben die
Verantwortung für das Fahrzeug und
die sich daraus möglicherweise erge-
benden Personen- und Sachschäden.
Außerdem müssen sie für Verzögerun-
gen geradestehen. Deshalb entschei-
det der Mitarbeiter hinter dem Lenk-
rad, ob er eine Straße befährt oder dies
aus Sicherheitserwägungen unterlässt.
Denn, was vielen nicht klar ist: Ein
Müllfahrzeug unterscheidet sich fahr-
technisch erheblich von einem norma-
len LKW, insbesondere im beladenen
Zustand. Und selbst bei Müllfahrzeu-
gen gibt es Unterschiede. So kann es
sein, dass das Fahrzeug für die leich-
ten Gelben Säcke „durchkommt“, das
Fahrzeug mit dem schweren Rest- oder
Biomüll jedoch nicht.
Beiträge zur Lösung
Bringen Sie die Behälter und Säcke in
solchen Ausnahmefällen bis zur nächs-
ten, mit den Hausmüllfahrzeugen er-
reichbaren Stelle und stellen Sie die
Tonnen dort an den Fahrbahnrand.
Akzeptieren Sie, dass aufgrund der gro-
ßen Anzahl nicht abgefahrener Stra-
ßen und der witterungsbedingten lang-
sameren Arbeitsgeschwindigkeit auch
in den Folgetagen kein Nachfahren
möglich ist. Wenn Ihre Tonne nicht ge-
leert werden konnte, können Sie nach
Meldung beim beauftragten Entsor-
gungsunternehmen oder beim AWB
bei der nächsten Abfuhr Abfälle, die
nicht mehr in die Tonne passen, zur
Abholung daneben stellen. Eine wei-
tere Bitte richtet sich an alle Autofah-
rer, die ihre Fahrzeuge am Straßenrand
abstellen müs-
sen. Durch
den zur Seite
geräumten
Schnee ist die
Fahrbahn ver-
engt. Die Fahr-
zeuge sollten deshalb so geparkt wer-
den, dass noch eine ausreichende Ver-
kehrsfläche verbleibt, damit die Haus-
müllfahrzeuge störungsfrei zu den be-
reitgestellten Tonnen gelangen kön-
nen.
Problem 2 – Schneebarrieren
Oft trennt das Müllfahrzeug vom Be-
hälter ein hoher Schneewall am Stra-
ßenrand. Besonders schwere Behälter
lassen sich bei aller Mühe oft nicht hin-
durchbewegen. Fast unmöglich wird
es bei 1100-Liter-Containern von Mehr-
familienhäusern. Die Müllmänner ha-
ben bei aufgeschippten Schneebergen
oft einfach keine Chance.
Beiträge zur Lösung:
Befreien Sie den Weg vom Standplatz
des Abfallcontainers bis zum Straßen-
rand rechtzeitig vor dem Leerungstag
von Eis und Schnee. Die Müllwerker
können das nicht leisten. Auch kön-
nen sie die Behälter nicht über Hin-
dernisse heben oder die Container über
längere Umwege zum Fahrzeug zie-
hen. Bei Mehrfamilienhäusern sind die
Woh-
nungsbau-
gesell-
schaften
bezie-
hungswei-
s e d i e
Hausmeister oder beauftragten Räum-
dienste dafür verantwortlich. Oft ist es
kein böser Wille, sondern Sorglosig-
keit, dass die Wege freigeschippt sind,
aber der Schnee sich ausgerechnet vor
der Containerbox türmt.
Problem 3 – Abfälle frieren fest
Feuchte Abfälle im Restabfallbehälter,
aber besonders die Bioabfälle können
am Behälterrand festfrieren. Die Kon-
sequenz ist, dass der Inhalt der Behäl-
ter trotz mehrmaligen „Anschlagens“
beim Schüttvorgang gar nicht oder nur
teilweise herausrutscht. Häufiges Nach-
schütteln und Rütteln hilft nichts und
bewirkt oft nur eins, dass der Behäl-
ter reißt. Hier sind auch die Müllwer-
ker machtlos. Denn das Hantieren mit
Stangen und Spaten zum Lösen der ge-
frorenen Abfälle vom Behälterrand ist
ihnen aus Gründen der Arbeitssicher-
heit verboten. Durch „Einzelbehand-
lung“ eines Behälters beim Leerungs-
vorgang würde auch die Tour während
der erlaubten Lenkzeiten nicht mehr
geschafft werden, so dass andernorts
Tonnen nicht geleert werden könnten.
Bei der straffen Organisation der Ab-
fuhrleistungen ist auch keine Nachlee-
rung zu einem späteren Zeitpunkt mehr
möglich. Behälter mit angefrorenem
Inhalt werden von den Müllwerkern
daher meist mit offenem Deckel ste-
hen gelassen, was signalisiert: „Wir ha-
ben versucht die Tonne zu leeren“.
Beiträge zur Lösung
Bewährt hat es sich, sowohl Bioabfäl-
le als auch Essensreste in gewöhnli-
ches Zeitungspapier, in Papiertüten
oder dünne Pappe einzuwickeln, be-
vor sie in die Tonne gegeben werden.
Gut ist auch, wenn die Tonne in den
Wintermonaten einen frostfreien Un-
terbringungsort in einer Garage, einem
Schuppen oder im Keller bekommt,
damit der Inhalt nicht anfrieren kann.
Die Bereitstellung des Gefäßes sollte
dann erst kurz vor der Leerung erfol-
gen. Ist der Inhalt bereits angefroren,
kann er etwa mit einem Spaten gelo-
ckert werden. Dies ermöglicht oft, dass
zumindest ein Großteil des Tonnenin-
haltes entleert werden kann. Falls Ihre
Tonne nicht geleert werden konnte,
können Sie nach Meldung beim beauf-
tragten Entsorgungsunternehmen oder
beim AWB bei der nächsten Abfuhr
Bioabfälle in Kartons oder reißfesten
Papiertüten (keine Plastiktüten!) neben
Ihre Tonne stellen.
Problem 4 – Heiße Asche
Auch ein typisches Phänomen im Win-
ter. Nachdem sich sehr viele Haushal-
te mittlerweile einen kleinen Ofen oder
Kamin ins Wohnzimmer stellen und
auch Heizungen auf den Energieträger
„Holz“ umgestellt wurden, fallen auch
wieder größere Mengen Asche an. Und
die ist oft noch zu heiß für die Müll-
tonne, wenn sie entsorgt wird. Das be-
kommt man oft gar nicht so richtig mit,
aber in der Asche sind dann mitunter
noch kleine Glutnester, die sich wie-
der entzünden können. Die Folgen –
oft erst viele Stunden später – sind
kleine Schwelbrände in der Müllton-
ne, und es kann sein, dass eine gan-
ze Mülltonne entflammt und abbrennt.
Noch schlimmer ist, wenn bei der Lee-
rung der Tonne, das Glutnest aufgelo-
ckert wird und der Brand dann im
Müllfahrzeug beginnt. Es ist aber auch
schon passiert, dass das Brandnest bis
zur Müllverbrennungsanlage weiter
schwelt und der Brand erst im Müll-
bunker entstanden ist. In jedem Fall
ist die Brandbekämpfung aufwendig
und zieht einen nicht unerheblichen
Schaden nach sich.
Beiträge zur Lösung
Ofen- und Kaminbesitzer sollten auf
Nummer sicher gehen, sich einen
Ascheeimer aus Metall besorgen und
die Asche erst nach zwei bis drei Ta-
gen in den Restabfallbehälter schütten.
Brennt die Tonne durch Unachtsam-
keit ab, müssen sie selbst für den Scha-
den aufkommen.
|
Thomas König
Eiskalter Knochenjob: Müllwerker im Winter.
Foto: BSR
Müllfahrzeuge unterscheiden
sich fahrtechnisch erheblich von
normalen LKW.
Biomüll kann im Winter festfrieren, was die Leerung der Tonne erschwert.
Darum gilt: immer wieder Papierlagen einschichten.
Foto: Patryssia/stock.adobe.com
INFO
Für Bad Dürkheim und
Neidenfels: 06322/961-
5511; VGs Deidesheim,
Leiningerland, Wachen-
heim: 06322/961-5531;
Grünstadt, VG Freins-
heim, VG Lambrecht:
06322/961-5533; Haßloch,
VG Leiningerland:
06322/961-5532
EXTRA-TIPP
Feiertage: Abfuhr verschiebt sich
Weil in diesem Jahr Heiligabend
auf einen Montag fällt, ergeben
sich bei der Müllabfuhr größere
Verschiebungen, teilweise sogar
um zwei Tage. Der Abfallwirt-
schaftsbetrieb bittet die Bürger,
die Verschiebungen zu beach-
ten, die in allen Abfuhrkalen-
dern angegeben sind.
|
TK
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