DÜW-Journal - page 14-15

Landkreis Bad Dürkheim:
Einbürgerungen und Sprachkurse
Gesichter der Integration
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23 Personen konnten am 27. Februar 2018 eingebürgert werden.
Foto: KV/Müller
Am 21. August 2018 begrüßte Landrat Ihlenfeld 32 neue deutsche
Staatsbürger.
Foto: KV/Fickus
Die deutsche Nationalität besitzen seit 30. Oktober 2018 wieder
28 Personen mehr im Landkreis.
Foto: KV/Müller
Anahita Modarresi: freut sich
über ihr Deutsch-Zertifikat
Was hat Ihnen der Deutschkurs gebracht?
Ich habe seit kurzem eine Festanstel-
lung als Kunstlehrerin am Albert-Ein-
stein-Gymnasium in Frankenthal, wo
ich Schülerinnen und Schüler der 5. bis
9. Klasse unterrichte. Auch werde ich
ab November in der Kreisvolkshoch-
schule als Dozentin Makeup-Kurse un-
terrichten.
Wie geht es für Sie weiter?
Neben meiner Arbeit am Gymnasium
werde ich weiter als Komponistin tätig
sein. Nach dem Erfolg meines ersten
Albums „Parallel Lives“ ist für das kom-
mende Jahr die Veröffentlichung eines
zweiten Werkes geplant.
Wo kommen Sie her?
Iran
Warum sind Sie in Deutschland?
Es war meine bewusste Entscheidung
nach Deutschland zu gehen, weil ich
in diesem Land leben und als Künstle-
rin und Komponistin tätig sein wollte.
Was sind Ihre Pläne?
Ich werde auch weiter als Malerin tätig
sein. In Freinsheim konnte ich meine
Kunst bereits in zwei Ausstellungen den
Menschen präsentieren und möchte
dies gerne fortsetzten.
Ismael Beygi: Integrations-
kurs abgeschlossen und
Deutschtest bestanden
Was hat Ihnen der Deutschkurs ge-
bracht?
Durch die Kenntnis der deutschen
Sprache finde ich mich in alltägli-
chen Leben besser zurecht.
Wie geht es für Sie weiter?
Ich will weiterhin Deutsch lernen
und das Niveau B 2 erreichen. Durch
diese besseren Deutschkenntnisse
habe ich dann die Möglichkeit einen
Ausbildungsplatz zu bekommen.
Wo kommen Sie her?
Afghanistan
Warum sind Sie in Deutschland?
Die Verhältnisse in Afghanistan wa-
ren nicht mehr zu ertragen, daher
ging ich zunächst in den Iran. Aber
auch dort hatte man keinen Zugang
zu einer ordentlichen Schulbildung,
geschweige denn eine Chance auf
einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.
Was sind Ihre Pläne?
Wenn ich eine gute Ausbildung ab-
solviert habe, finde ich bestimmt ei-
nen Arbeitsplatz und kann hier in
Deutschland leben und arbeiten.
„Heute ist ein ganz wichtiger Tag
für mich, es beginnt ein neues
Leben. Seit sieben Jahren habe
ich meine Eltern nicht gesehen,
jetzt kann ich wieder nach Pa-
kistan reisen. Deutschland ist das
beste Land in der Welt. Wie das
ist mit ‚Menschlichkeit‘ habe ich
in Deutschland gelernt. Mit 18
Jahren musste ich aus Pakistan
fliehen. Ich bin Moslem, Ahma-
di. Wir sagen ‚Liebe für alle, Hass
für keinen‘. In Pakistan ist diese
Religion verboten, wir hatten eine
geheime Moschee, es kamen Leu-
te mit Gewehren, 100 Leute sind
gestorben, die Polizei hat nichts
gemacht. In Deutschland kann
ich meine Religion leben, hier ist
Frieden. Ich vermisse meine El-
tern, aber ich habe mich hier nie
alleine gefühlt. Ich habe Leute
getroffen, die sind wie meine Fa-
milie. Heute lebe ich mit meinem
kleinen Bruder und meiner
Schwägerin in Freinsheim, ich
arbeite bei Amazon Logistik. Ich
bedanke mich bei Deutschland.“
Sheraz Umar, Pakistan, 26
Jahre, seit 2010 in Deutsch-
land, 2018 eingebürgert
„Ich habe schon in der Schule
Deutsch gelernt und bin später zum
Studium nach Deutschland gekom-
men. In Mannheim habe ich BWL
studiert und promoviert und arbei-
te heute bei der BASF. Meinen Part-
ner habe ich in Deutschland ken-
nengelernt, wir haben einen drei-
jährigen Sohn. Mein Lebensmittel-
punkt ist in Deutschland, und ich
bin fest entschlossen, dass es so
bleibt. Früher hatte ich überlegt, zu-
rück zu gehen oder in ein anderes
Land. Aber wir bleiben hier. Wir ha-
ben übrigens nicht geheiratet, weil
das so kompliziert war mit einer an-
deren Staatsbürgerschaft. 2014 habe
ich schon den erforderlichen Test
gemacht, aber die Ausbürgerung aus
der Ukraine hat bis jetzt gedauert.
Jetzt freue ich mich über die Ein-
bürgerung.“
Inna Buyun, Ukraine, 36 Jah-
re, seit 2001 in Deutschland,
2018 eingebürgert
148 Schülerinnen und Schüler legten zwischen November 2017 und
Juni 2018 den Deutschtest bei der Kreisvolkshochschule ab. Viele
von ihnen konnten am 19. Oktober 2018 ihr Zertifikat entgegen-
nehmen.
Foto: KV/Fickus
Aus 19 Ländern stammten die 28 Personen, die am 4. Juni
2018 ihren deutschen Pass erhalten haben.
Foto: KV/Müller
„Ich fühle mich
eher deutsch als
türkisch. Ich habe
dennoch lange
überlegt, ob ich
mich einbürgern
lassen will. Eigent-
lich wollte ich die
doppelte Staats-
bürgerschaft, aber
das war nicht mög-
lich. Jetzt habe ich
mich für die deut-
sche entschieden.
I c h b i n i n
Grünstadt geboren
und lebe noch dort, meine Eltern haben
sich übrigens vor einem Jahr mit über 70
ebenfalls einbürgern lassen. Als techni-
scher Einkaufsleiter in der Automatisie-
rungstechnik bin ich viel unterwegs und
habe bisher für jedes Land ein Visum ge-
braucht. Das wird mit der deutschen
Staatsbürgerschaft viel einfacher.“
Murat Uyanik, Türkei (in Grünstadt
geboren), 44 Jahre, lebenslang in
Deutschland, 2018 eingebürgert
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