DÜW-Journal - page 12

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Feierlicher Moment: Die Funktionäre durchschneiden das Band.
Fotos: KV/Müller
Kirchheim:
Umgehung B271 für den Verkehr freigegeben
Entlastung für den Ort
Es war ein Tag, auf den die Kirchhei-
mer lange gewartet haben: Am 7. No-
vember ist die Umgehungsstraße als
Teil der neuen B271 für den Verkehr
freigegeben worden. Zu Gast waren
Verkehrsminister Dr. Volker Wissing,
Ministerialdirigent Gerhard Rühm-
korf aus dem Bundesministerium für
Verkehr und digitale Infrastruktur
und der leitende Baudirektor Bern-
hard Knoop vom Landesbetrieb Mo-
bilität Worms.
1199 Bautage nach dem ersten Spaten-
stich am 4. August 2015 war es soweit,
und das Band zur Freigabe der Ortsum-
gehung wurde durchschnitten. „Eine
kurze Zeit für diese Strecke“, merkte
Rühmkorf an. Zeit und Geld, die gut
investiert seien: „Sie werden merken,
wir ruhig die Ortsdurchfahrt werden
wird.“ Er dankte allen Beteiligten. Rund
25,2 Millionen Euro hat der Bund als
Straßenbaulastträger bereitgestellt.
„Dies ist ein guter und lang erwarteter
Tag für die Gemeinde und die gesam-
te Region. Mit der heutigen Freigabe
des letzten Abschnitts der Umgehung
wird die Verkehrssicherheit und Leis-
tungsfähigkeit in der engen Ortsdurch-
fahrt Kirchheim wesentlich verbessert“,
sagte Wissing. Die insgesamt rund 3,4
Kilometer lange Umgehung der B 271
verläuft westlich der Ortslage Kirch-
heim an der Weinstraße. Im Zuge des
Neubaus der Umgehung wurden ne-
ben dem umfangreichen Straßenbau
sechs Brückenbauwerke errichtet. Drei
verkehrsgerechte Anschlussstellen ver-
binden die neue Trasse mit dem be-
stehenden Straßennetz. Ein erster, rund
1,9 Kilometer langer Abschnitt ist seit
Juni 2018 bereits befahrbar. An der An-
schlussstelle der „B 271neu“ mit der „B
271alt“ im Süden von Kirchheim ste-
hen noch Restarbeiten an, die Anfang
2019 abgeschlossen werden. Als lan-
despflegerische Ausgleichsmaßnahmen
werden Flächen von rund 14 Hektar
renaturiert oder aufgeforstet – ein ak-
tiver Beitrag zum Erhalt von Natur und
Landschaft. Knoop schloss in seine
Dankesrede besonders die Bauwerker
ein, die im heißen Sommer 2018 bei
„35 Grad mit Fußbodenheizung“ auf
der Baustelle geschuftet haben.
Die neue Umgehung sei ein „Meilen-
stein für die Region“ führte Landrat
Hans-Ulrich Ihlenfeld aus. Solch eine
Straße sei immer ein Projekt, bei dem
unterschiedliche Interessen abgegli-
chen werden müssten, um die beste
Lösung zu finden. Auch im weiteren
Verlauf der „B 271neu“ stehe dies an.
Zum Streckenverlauf gibt es immer
wieder Protest: Gegner der Westum-
gehung von Herxheim waren auch zur
Verkehrsfreigabe in Kirchheim erschie-
nen. Ihlenfeld betonte: „Eine weitere
Trassendiskussion kann es nicht mehr
geben. Das würde den Bau des südli-
chen Teils der Umgehung um Jahrzehn-
Rund 100 kommunale Hausmeister
aus den Kreisen Bad Dürkheim, Ger-
mersheim, dem Rhein-Pfalz-Kreis so-
wie den Städten Frankenthal und Lud-
wigshafen wurden im Oktober in Se-
minaren der Energieagentur Rhein-
land-Pfalz „fit gemacht“ in Sachen
Energieeinsparung.
Das Seminar zum Abschluss dieser Rei-
he fand in Bad Dürkheim statt. Dort
erarbeiteten 21 Hausmeister aus Schu-
len, Verwaltungsgebäuden, Bürgerhäu-
sern und Festhallen aus dem Kreis Bad
Dürkheim einen Tag lang Ideen zu
Energieeinsparmöglichkeiten.
Hintergrund: Ohne große Investitio-
nen können sachkundige Hausmeister
den Energieverbrauch „ihres“ Gebäu-
des um bis zu 15 Prozent vermindern.
Sie kennen die Gebäude und Nutzer
am besten und haben den benötigten
Einfluss, um aktiv Energie einzuspa-
ren. Dazu müssen sie in der Lage sein,
die Anlagen richtig zu bedienen und
diese an ständig veränderte Nutzungs-
bedingungen anzupassen. Aber auch
kleine Maßnahmen wie zum Beispiel
die richtige Lüftung von Räumen, die
auch auf den häuslichen Bereich an-
gewendet werden können, können viel
Energie einsparen. Dieses Fachwissen
gespickt mit vielen Praxisbeispielen er-
hielten die Hausmeister im Rahmen
der Schulung. „Hausmeister haben auch
eine gewisse Vorbildfunktion“, so
Mareen Kilduff, Projektleiterin bei der
Energieagentur Rheinland-Pfalz. „Wenn
sie das Wissen über Energieeinspar-
möglichkeiten ganz praktisch in Ver-
waltungen, Schulen, Bauhöfen oder
Wohnheimen weitergeben, können
sehr viele Menschen erreicht werden.“
Dem kann Landrat Hans-Ulrich Ihlen-
feld nur zustimmen: „Unsere Hausmeis-
ter kennen ihre Gebäude und die Men-
schen, die sie nutzen, ganz genau. Sie
sind genau die richtigen Ansprechpart-
ner, um Energieeinsparungen mit klei-
nen Tricks im Alltag umzusetzen – und
dieses Wissen auch weiterzugeben.“ Er
befürwortet die Schulungsreihe.
Geleitet wurden die Seminare von Mi-
chael Brieden-Segler vom „e&u Ener-
giebüro“. Er führt regelmäßig Beratun-
gen durch und weiß: „Deutschland ist
te zurückwerfen, und das kann man
den Bürgern in den Dörfern der Wein-
straße nicht zumuten.“
Kirchheims Bürgermeister Robert Brun-
ner dankte ebenfalls für die Unterstüt-
zung von Bund und Land und erinner-
te daran, wie zäh es teilweise war, bis
die Bauarbeiten beginnen konnten –
„doch es hat sich gelohnt“. „Wir haben
unseren Bürgern einiges zugemutet,
es gab viele Diskussionen. Die stan-
den dem Lärm und Dreck im Ortskern
gegenüber. Jetzt denken wir über eine
Sanierung im Ort nach, die Attraktivi-
tät wird sich erhöhen.“ Er dankte auch
der Bauern- und Winzerschaft für die
gute Zusammenarbeit. „Mit der Fertig-
stellung der Umgehungsstraße wird die
Ortslage von Kirchheim erheblich vom
Durchgangsverkehr entlastet, die Si-
cherheit erhöht und gleichzeitig die
Wohnqualität der Anwohner deutlich
verbessert“, betonte Minister Volker
Wissing.
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Sina Müller
Bad Dürkheim:
Schulung im Kreishaus für kommunale Hausmeister
Effizienter Umgang mit Energie
kein Vorreiter mehr bei CO2-Einspa-
rungen. Der CO2-Ausstoß sinkt seit
Jahren nicht mehr.“ Im Kleinen könne
jeder dazu beitragen, etwas Großes zu
bewegen. „Es geht in den Schulungen
auch um Dinge, die man eigentlich
weiß: Heizung abstellen, wenn man
das Fenster aufmacht, zum Beispiel.
Schüler in einem Klassenraum halten
sich aber oft nicht dran. Da können
die Hausmeister Vermittler sein.“
Ein effizienter Umgang mit Energie ist
nicht nur im Sinne des Klimaschutzes
und der Ressourcenschonung wichtig,
sondern nutzt den Kommunen auch
in finanzieller Hinsicht. Wer etwa die
Heizungsanlage optimal einstellt, hilft
bares Geld zu sparen. Potenziale bie-
ten außerdem die Bereiche Elektroge-
räte, Beleuchtung und Wasser. Dies
motiviert die Gebäudemanager, das Er-
lernte schnellstmöglich umzusetzen.
Zwei der Schulungen sind übrigens Be-
standteil des Projektes „100 Energieef-
fizienz-Kommunen Rheinland-Pfalz“
und werden aus EU-Töpfen und vom
Land Rheinland-Pfalz gefördert.
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Isa Scholtissek/Sina Müller
Abschlussveranstaltung: Seminarteilnehmer vorm Kreishaus.
Foto: KV/Müller
Feierstunde: Interessierte bei der Freigabe der Umgehungsstraße in Kirchheim.
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