DÜW-Journal - page 10

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Von Sodbrennen bis Schlafapnoe: Neue Vortragsreihe des Kreiskrankenhauses Grünstadt startet im Januar
Sodbrennen, Älter werden, Knie-
und Hüftschmerzen, Wirbelsäule-
nerkrankungen, Schlafstörungen
– um diese und andere Gesund-
heitsthemen geht es in der Vor-
tragsreihe des Kreiskrankenhau-
ses Grünstadt, die im kommen-
den Jahr bereits zum 13. Mal
stattfindet. Bei der Auswahl der
Themen wurden auch Anregun-
gen von Zuhörern der Vorträge
in diesem Jahr und aus den Vor-
jahren berücksichtigt. „Durch
unsere Vorträge wollen wir der
Bevölkerung die Möglichkeit bie-
ten, sich über medizinische The-
men aus erster Hand zu infor-
mieren und mit den Referenten
direkt ins Gespräch zu kommen“,
sagt der Verwaltungsdirektor Udo
Langenbacher.
Den Auftakt der elf Vortrags-
abende umfassenden Reihe
macht am 23. Januar die Gesund-
heits- und Krankenpflegerin Da-
niela Herda aus der geriatrischen
Tagesklinik und Christian Peter,
Fachkrankenpfleger im Kreis-
krankenhaus Grünstadt mit Tipps
und Informationen für Betroffene
und Angehörige in dem Vortrag
„Älter werden – mobil bleiben
– Stürze vermeiden“.
Am 13. Februar informiert Martin
Gassauer, ab Januar 2019 Ober-
arzt der Abteilung Chirurgie und
Leiter des Endoprothetik-Zent-
rums des Kreiskrankenhauses
Grünstadt, gemeinsam mit Dr.
med. Andreas Bernhardt, Che-
farzt der Abteilung Anästhesie/
Intensivmedizin/Schmerzthera-
pie, zur Frage, wann bei
Schmer-
zen in Knie und Hüfte
Gelen-
kersatz sinnvoll ist.
Der Oberarzt der Abteilung Inne-
re Medizin und Facharzt für Geri-
atrie des Kreiskrankenhauses
Stefan Roth informiert im Vortrag
Geriatrie
– Was macht den älte-
ren Menschen zu einem beson-
deren Patienten?“ am 20. März
über spezielle Behandlungsmög-
lichkeiten.
Um das Thema
Rückenleiden
geht es am 11. April in dem Vor-
trag „Verschleiß der Wirbelsäule
– Typische Krankheitsbilder und
deren Therapie“ des Neurochirur-
gen Dr. med. Jan Warnat, der seit
mehreren Jahren auch Sprech-
stunden im Kreiskrankenhaus
Grünstadt anbietet.
„Sodbrennen (Reflux)
– Welche
Möglichkeiten bietet die konser-
vative oder operative Behand-
lung?“ lautet das Thema des Vor-
trags der beiden Chefärzte des
Kreiskrankenhauses Grünstadt,
Dr. med. Hans Münke, Chefarzt
der Abteilung Innere Medizin
und Dr. med. Frank Ehmann,
Chefarzt der Abteilung für Chir-
urgie am 15. Mai.
Rund um das Thema
Blasen-
schwäche bei Frauen
geht es in
dem Vortrag „Inkontinenz: Was
tun, wenn die Blase schwächelt?“
des Chefarztes der Abteilung für
Gynäkologie und Geburtshilfe im
Kreiskrankenhaus Grünstadt, Dr.
med. Niko Grabowiecki, am 12.
Juni.
Am 14. August informiert Dr.
Frank Ehmann, Chefarzt der Ab-
teilung Chirurgie im Kreiskran-
kenhaus Grünstadt, über
End-
darmerkrankungen
und stellt
vor, wie chirurgisch geholfen
werden kann.
Bereits im sechsten Jahr beteiligt
sich die Selbsthilfegruppe
Grünstadt/Grünstadt-Land der
Deutschen Multiple Sklerose Ge-
sellschaft (DMSG) mit einem Vor-
trag über
Multiple Sklerose
Er-
krankung am 11. September an
der Vortragsreihe.
Am 16. Oktober informiert Dr.
Kunti Das Gupta, Fachärztin für
Plastische und Ästhetische Chir-
urgie sowie Handchirurgie aus
Bad Dürkheim, über die Ursa-
chen und Behandlungsmöglich-
keiten bei
Schmerzen in den
Händen
.
Die leitende Oberärztin der Ab-
teilung Innere Medizin Dr. med.
Elke Fromm beteiligt sich am 6.
November mit einem Vortrag an
den
Herzwochen
der Deutschen
Herzstiftung.
Den Abschluss der Vortragsreihe
macht am 28. November Dr.
med. Cathrine Mattinger, Fach-
ärztin für Hals-Nasen-Ohren-
Heilkunde, Schlafmedizinerin
und Belegärztin im Kreiskran-
kenhaus, mit ihrem Vortrag „The-
rapiealternativen zur Maske
(nCPAP) bei
Schlafapnoe
“.
Die Vorträge finden um 19 Uhr
im Konferenzraum des Verwal-
tungsgebäudes des Kreiskranken-
hauses, Westring 55, statt. Eintritt
frei; Spenden für den Verein der
Förderer und Freunde sind will-
kommen. Eine Platzreservierung
ist unbedingt erforderlich unter
Telefon 06359/809-111.
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Red
Grünstadt:
Anerkennungsurkunden für ehrenamtliche Helfer im Kreiskrankenhaus Grünstadt
Zeit haben und zuhören
Die aktuell 18 Grünen Damen und
der eine Grüne Herr der Evangeli-
schen Krankenhaus-Hilfe (EKH) sei-
en „das menschliche Gesicht des
Kreiskrankenhauses Grünstadt.“ Das
sagte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld
(CDU) im Konferenzraum der Klinik
bei der Feier zum 35-jährigen Beste-
hen der Gruppe. Die Mitglieder ver-
richteten einen äußerst wichtigen
Dienst, lobte er und überreichte An-
erkennungsurkunden. Drei Geehrte
sind Frauen der ersten Stunde.
Nach wie vor dabei sind Heike Schus-
ter, Maria Theresia Schöllhorn sowie
Elke Deuker. Letztere wurde beson-
ders gewürdigt, denn sie ist von Be-
ginn an die Leiterin der Grünen Da-
men und war zusammen mit Barbara
Cordes von 2004 bis 2015 Landesvor-
sitzende.
Unermüdlich unentgeltlich engagiert
„Unter anderem organisierte ich eine
Mentorenausbildung für die 36 Grup-
pen im Land“, berichtete die 78-Jähri-
ge. Weshalb sie sich unermüdlich und
unentgeltlich für das Wohl der Patien-
ten engagiert, erklärte sie so: „Es ist
aus christlicher Überzeugung eine sinn-
volle Tätigkeit, die mich über den Tel-
lerrand hinausschauen lässt.“ Dabei
seien die Kontaktmöglichkeiten inzwi-
schen eingeschränkter, denn vor 35
Jahren betrug die durchschnittliche
Verweildauer in einer Klinik 20 Tage,
heute seien es noch fünf. Dennoch
bleibe als Hauptthema: Zeit haben und
zuhören.
„Ich habe die Aufgaben mit Herz und
Seele erfüllt“, meinte Gründungsmit-
glied Tilli Hehl, die inzwischen 82 Jah-
re alt ist und 2017 ausschied. Ganz
schlimm findet sie, dass sie bei ihren
Besuchen am Krankenbett sehr viele
Frauen kennengelernt habe, die in Al-
tersarmut leben. Maxi Zahn, die eben-
falls ihren 80. Geburtstag schon hinter
sich hat, kam 2000 zu den Grünen Da-
men. Das Ehrenamt mache ihr große
Freude: „Man gibt viel, aber man be-
kommt mindestens ebenso viel zurück.“
Die EKH wurde nach dem Vorbild des
amerikanischen Volunteer Service 1969
in Düsseldorf von Brigitte Schröder ins
Leben gerufen. Ihren Namen erhielten
die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
dieses Dienstes, weil sie grüne Kittel
trugen (inzwischen oft nicht mehr).
Initiative von Werner Ostertag
Dass es Grüne Damen am Kreiskran-
kenhaus gibt, ist der Initiative eines
Mannes zu verdanken: Werner Oster-
tag. Anfang der Achtziger sei dieser eh-
renamtliche Dienst in Seniorenheimen
und an Kliniken immer bekannter ge-
worden und da habe er als damaliges
Mitglied des Krankenhausausschusses
vorgeschlagen, so eine Gruppe auch
in Grünstadt zu etablieren, erzählte er.
Das Gremium überzeugen konnten Be-
richte von zwei Grünen Damen aus
Ludwigshafen. Ostertag: „Nach einem
Aufruf konnte die Gruppe im Kreis-
krankenhaus gleich mit acht Personen
starten.“
Ein Hahn im Korb
Und warum hat sich Edgar Lechner als
einziger Herr 2008 dazu gesellt und
verbringt einmal wöchentlich einen
Vormittag im Kreiskrankenhaus? „Ich
war 30 Jahre lang Gerichtsvollzieher.
Dabei habe ich eine Menge Elend ge-
sehen, konnte und durfte aber nicht
helfen. Hier kann ich es“, erläuterte der
74-Jährige. Bei jedem Einsatz lerne er
neue Leute kennen, hinter jeder Pati-
entenzimmer-Tür warte eine andere
Herausforderung. Das sei reizvoll und
halte geistig fit. Von Ihlenfeld ange-
sprochen, wie es einem „Hahn im Korb“
gehe, lachte er: „Ich fühle mich dabei
sauwohl.“ Der Landrat appellierte an
ihn: „Es ist Ihre Aufgabe, noch mehr
Herren dazu zu holen.“
Es sei erfreulich, dass der Nachwuchs
gesichert sei, meinte Ihlenfeld mit
Blick auf die insgesamt vier Neuzu-
gänge in diesem und im vergangenen
Jahr. Durch die große Erfahrung der-
jenigen, die schon länger dabei seien,
habe die Tätigkeit eine hohe Profes-
sionalität erreicht. Der Landrat beton-
te: „Ohne Ihre Unterstützung wäre die
Patientenzufriedenheit nicht in dem
Maße gewährleistet, wie es der Fall
ist.“
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Anja Benndorf
Kümmern sich seit 35 Jahren um die Patienten im Kreiskrankenhaus
Grünstadt: Grüne Damen und Herren.
Foto: Anja Benndorf
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