DÜW-Journal - page 12

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Minister an der Spitze
Der Vorstand der Stiftung Hambacher
Schloss hat im Oktober Prof. Dr. Kon-
rad Wolf einstimmig zu seinem Vor-
sitzenden gewählt. „Das Hambacher
Schloss ist als Denkmal das Symbol
der deutschen Demokratiebewegung.
Das zu bewahren und aktuell mit Le-
ben zu füllen ist eine wichtige und
spannende Aufgabe, auf die ich mich
sehr freue“, bedankte er sich für das
Vertrauen.
Seit 18. Mai ist Konrad Wolf Minister für
Wissenschaft, Weiterbildung und Kul-
tur des Landes Rheinland-Pfalz. Der
1962 geborene Physiker hat in Regens-
burg studiert und war bis 2001 bei re-
nommierten Adressen wie dem
Max-Planck-Institut in München, dem
Frauenhofer Institut in Dresden und der
Siemens beziehungsweise Infineon AG
in Dresden und München tätig. 2001 er-
hielt Wolf eine Professur an der Hoch-
schule Kaiserslautern, zu deren Präsi-
dent er 2009 gewählt wurde.
Ziel der Stiftung Hambacher Schloss ist
es, die herausragende Bedeutung des
Hambacher Festes vom 27. Mai 1832 für
die Entwicklung Deutschlands zur De-
mokratie und den Weg nach Europa zu
verdeutlichen, das Hambacher Schloss
wegen seiner kulturellen Bedeutung als
Baudenkmal zu erhalten, die Daueraus-
stellung zu pflegen und zu ergänzen
und durch vielfältige Maßnahmen zu
einer Belebung dieser historischen Stät-
te beizutragen, die zum Europäischen
Kulturerbe zählt.
Die Stiftung wird getragen vom Land
Rheinland-Pfalz, dem Landkreis Bad
Dürkheim, dem Bezirksverband der
Pfalz, der Stadt Neustadt und erhält eine
institutionelle Förderung der Bundes-
beauftragen für Kultur und Medien. Zu
den aktuellen Aufgaben der Stiftung ge-
hören neben dem Besucher- und Ver-
anstaltungsbetrieb die Fertigstellung der
barrierefreien Bushaltestelle und des
Fußgängersteges als letzten Bauab-
schnitt.
Freut sich auf die „spannende Aufgabe“: Minister Konrad Wolf.
Foto: MWWK
Die Weimarer Republik und das Ham-
bacher Fest sind Teil der Demokratie-
geschichte Deutschlands, einer Ge-
schichte, in der für Freiheit und Par-
tizipation lange und opferreich ge-
kämpft werden musste. Um die Er-
innerungskultur an die erste deut-
sche Demokratie in Deutschland zu
stärken, wurde 2013 der Verein Wei-
marer Republik gegründet. Aus sei-
nen Reihen wurde Anfang des Jah-
res angeregt, mit allen bedeutenden
Erinnerungsstätten deutscher Demo-
kratiegeschichte in Deutschland zu-
sammenzuarbeiten. Entstanden ist
ein Netzwerk mit dem Ziel, eine fes-
te Arbeitsgemeinschaft zu werden.
Zum Netzwerk gehören zum Beispiel
die Stiftung Hambacher Schloss, die Er-
innerungsstätte für die Freiheitsbewe-
gung in der deutschen Geschichte
Rastatt, die Paulskirche in Frankfurt,
verschiedene Politikergedenkstätten
und Initiativen, die sich für die stärke-
re Würdigung der deutschen Demo-
kratiegeschichte engagieren. Ein erstes
Treffen fand bereits statt mit dem Er-
gebnis, die Zusammenarbeit auszubau-
en, zu stärken und durch zahlreiche
gemeinsame Projekte und Veranstal-
tungen daran zu erinnern, dass Demo-
kratie keine Selbstverständlichkeit ist,
sondern vielmehr jeden Tag aufs Neue
verteidigt und beschützt werden muss.
Auf dem Weg zum 100. Jahrestag der
Weimarer Nationalversammlung rief
der Verein Weimarer Republik bereits
eine ganze Reihe von Initiativen und
Projekten ins Leben. Eines davon ist
die multimediale Wanderausstellung,
die seit November 2015 in ganz Deutsch-
land über die Ereignisse der Weimarer
Republik informiert. Ein weiteres wich-
tiges Anliegen des Vereins ist es, die
Forschung und den wissenschaftlichen
Diskurs zur Weimarer Republik zu för-
dern. Die Bemühungen des Vereins
Weimarer Republik konzentrieren sich
dabei nicht nur auf die konkreten Er-
eignisse zwischen 1918 und 1933, son-
dern auch auf ihre Einordnung in die
deutsche Geschichte der Neuzeit.
Hintergrund: Mit der Weimarer Reichs-
verfassung 1919 wurden erstmals
Grundrechte für ganz Deutschland ga-
rantiert und auch Frauen wurden staats-
bürgerliche Rechte zugestanden. Da-
mals herrschte Aufbruchstimmung, vie-
le Menschen verbanden mit der De-
mokratie die Hoffnung auf bessere Zei-
ten nach dem Ersten Weltkrieg. Doch
es kam am Ende anders. Nur 14 Jahre
bestand die Republik, ihr folgte mit der
NS-Diktatur das finsterste Kapitel deut-
scher Geschichte. Trotz ihres frühen
Scheiterns lohnt es den Netzwerkern
zufolge, sich an die Weimarer Repub-
lik zu erinnern. Einige der damaligen
Probleme seien erstaunlich aktuell und
man könne wertvolle Lehren aus der
Vergangenheit ziehen. Die Gründung
der Weimarer Republik sei keine Ini-
tialzündung gewesen, vielmehr fand
sie in der Tradition der freiheitlich-de-
mokratischen Volksbewegung des 19.
Jahrhunderts und damit auch des Ham-
bacher Festes statt. Dort gelang der ers-
te Schritt in Richtung Freiheit. Somit
gilt das Hambacher Schloss heute als
die Wiege der deutschen Demokratie.
Ausblick auf die Kulturveranstaltungen des Hambacher Schlosses in der ersten Jahreshälfte 2017
Kabarett
Do 16.2.17, 20 Uhr: Lisa Catena
(Foto oben), „Grenzwertig“
Ihre Sporen auf der Bühne ver-
diente sich Lisa Catena als Gitar-
ristin einer Punkband. Doch in
Zeiten, wo Rockstars golfspielen-
de Veganer mit eigener Turn-
schuhlinie sind, ist Kabarett der
neue Rock‘n‘Roll. In ihrer Hei-
mat Schweiz räumte Catena etli-
che Preise ab, 2015 den Münch-
ner Kabarett Kaktus.
Do 27.4.17, 20 Uhr: Pigor singt.
Benedikt muss begleiten, „Volu-
men 9“:
Wer irgendwann seinen Enkeln
erzählen will, wie das Musikka-
barett im Jahr 2017 so gewesen
ist, muss Pigor & Eichhorn gese-
hen haben!
Kindertheater
So 19.3.17, 11 Uhr: „Rabe Socke
– Alles Meins“ (Foto oben)
Stück nach dem Bestseller von
Neele Most und Annet Rudolph,
inszeniert vom „Theater Mario“
aus Duisburg. Ab vier Jahren.
So 23.4.17, 11 Uhr: „Die kleine
Hexe“
Die kleine Hexe will zeigen,
dass sie eine gute Hexe ist. Sie
und ihr Rabe Abraxas haben
allerdings wohl nicht ganz ver-
standen, was unter einer guten
Hexe zu verstehen ist, finden die
Oberhexen. Ab fünf Jahren.
So 25.6.17, 11 Uhr: „Meine
Mama Muh“
Eine Kuh tanzt ständig aus der
Reihe... Stück des Dornerei Figu-
rentheaters ab vier Jahren.
Klassische Konzerte
Mo 17.4., 17 Uhr sowie Mo 5.6.,
17 Uhr:
Osterkonzert und
Pfingstkonzert des Kurpfälzi-
schen Kammerorchesters.
Politisches Wort
Mi 22.3., 19 Uhr; Mi 10.5.,
19 Uhr: Demokratie-Forum
Im Zentrum steht die Frage, wel-
che Werte, Ideen und Konzepte
künftig unsere Gesellschaft noch
zusammenhalten. Zu den Debat-
ten laden die Stiftung Hamba-
cher Schloss und das Organisati-
onsteam unter Leitung des
SWR-Chefreporters Prof. Dr.
Thomas Leif (Foto oben) ein.
Mi 26.4., 19 Uhr; Mi 31.5., 19
Uhr; Mi 28.6., 19 Uhr: Hamba-
cher Gespräche
, eine Kooperati-
on des Frank-Loeb-Instituts an
der Universität in Landau und
der Landeszentrale für politische
Bildung Rheinland-Pfalz mit der
Stiftung Hambacher Schloss.
Hambacher Fest-Bankett
Sa 18.2., 19 Uhr; Sa 25.3., 19
Uhr:
Im November 2013 feierte
das „Hambacher Fest-Bankett“
(Foto) von und mit dem Cha-
wwerusch Theater Premiere.
Seither sind Publikum und Pres-
se gleichermaßen begeistert von
dem Stück, das die Ereignisse
rund um das Hambacher Fest
auf höchst unterhaltsame Weise
beleuchtet. Zwischen den Spiel-
szenen wird ein Menü serviert.
Karten: 06321/926290, Info:
Hambacher Schloss:
Weimarer Republik erforschen
Demokratie verstehen
Hambacher Schloss:
Stiftung wählte neuen Vorstandsvorsitzenden
INFO
ist eine zentrale Plattform
zum Thema
Foto: Felix Groteloh
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