DÜW-Journal - page 19

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Deidesheim:
Interreligiöse Schulfeier der IGS
Gemeinsam Toleranz gefeiert
„Sag Nein zu Intoleranz!“ Das war
das Motto der dritten interreligiösen
Schulfeier der IGS Deidesheim/Wa-
chenheim, die die Schulgemeinschaft
am 19. November in der Pfarrkirche
St. Ulrich in Deidesheim feierte. Am
21. November wurde sie in Wachen-
heim wiederholt.
Alle Weltreligionen in einer Feier ver-
einen und gemeinsam für Toleranz
werben, das möchten die interreligiö-
sen Schulfeiern. Im November waren
dazu auch Asylbewerber aus verschie-
denen Ländern gekommen, die in der
Verbandsgemeinde wohnen. „An un-
serer Schule sind alle Religionen ver-
treten und manche von uns glauben
auch nicht an Gott. Aber wir gehören
alle zusammen, egal welche Religion
und Hautfarbe“, sagte Schulleiter Ge-
org Dumont zu Beginn. „Toleranz fin-
det bei uns vor Ort statt, das sehen wir
gerade beim Thema Asyl. Gemeinsam
möchten wir Toleranz feiern.“
Brandaktuelles Thema
Auch Kaplan Chandra sagte, wie ak-
tuell das Thema gerade sei, wo immer
mehr Flüchtlinge nach Deutschland
kommen. „Daher sagen wir nein zu
Intoleranz.“ Die Feierstunde wurde von
den Schülerinnen und Schülern selbst
gestaltet. Es wurden Lieder vorgetra-
gen, die für Toleranz stehen, und de-
ren Text analysiert. Alanna Braun sang
„Imagine“ von John Lennon, begleitet
von Zoe Collantes Casado am Key-
board, dazu zeigte der Beamer Bilder
zum Thema friedliche Welt, die die
Ethikkurse der Stufe acht und neun
gestaltet hatten. Schülersprecher Jos-
hua Lacy interpretierte danach die Ly-
rics: „John Lennon beschreibt seine
Enttäuschung über die Welt, wie sie
war und ist.“ Er drücke darin seine
Sehnsucht nach einer friedlicheren Welt
aus, ohne Religion, Nationalismus und
Privateigentum – das könne man kri-
tisch sehen, aber sein Wunsch nach
Frieden sei eine universelle Botschaft.
„Islam ist eine Friedensreligion.“
Die Schüler Milana Oberländer und Al-
exander Kauth sprachen über die ak-
tuelle Lage in Syrien und dem Irak.
Zehsra Temel von der muslimischen
Gemeinde Bad Dürkheim erklärte, was
der Islam zum Krieg sagt: „Islam ist
eine Friedensreligion.“ Jeder Terrorakt
sei verboten, sage der Koran, „ihr seid
alle Geschwister, egal welche Hautfar-
be und Religion ihr habt.“ Die Klasse
6d präsentierte den Song „Zuhause“
von Adel Tawil und zum Abschluss der
Feier „Halleluja“.
Die Schule beschäftigt sich das ganze
Jahr über mit Toleranz und ist „Schu-
le ohne Rassismus – Schule mit Coura-
ge“. Die achte Klasse hat im Fach ka-
tholische Religion Plakate zum Um-
gang mit Menschenwürde gestaltet, der
Ethikkurs des Jahrgangs zehn einen
Film zu Thema produziert: „Toleranz
betrifft uns jeden Tag in der Schule,
schon auf dem Weg dorthin, immer.“
Am Ende konnten die Schüler Wün-
sche für das Schuljahr auf Zettel schrei-
ben, die in der Schule an einen Baum
gehängt wurden. Dabei ging es nicht
um Geschenke, sondern um ganz per-
sönliche Wünsche für die Klasse, die
Schule oder allgemein – Wünsche an
das neue Jahr: So wünschte sich je-
mand, dass „eine bestimmte Lehrerin
an der Schule bleibt“, jemand anders
eine „bessere Unterrichtsgestaltung“
oder „Friede und Solidarität“. „Es
braucht Kraft, um nein zu sagen zu In-
toleranz“, schloss Dumont die Feier.
Bad Dürkheim:
Neuer Migrationsbeirat konstituiert sich
„Ermessensspielräume mitgestalten“
Im Dienste von Migranten und Flücht-
lingen: Am 19. Januar hat sich der im
November neu gewählte Beirat für
Migration und Integration des Land-
kreises Bad Dürkheim konstituiert.
Seine 15 Mitglieder – zehn direkt von
den Migrantinnen und Migranten der
Region gewählt, fünf Vertreter der
Parteien – treten in den nächsten fünf
Jahren wieder für die Interessen von
Menschen mit Migrationshintergrund
ein, helfen bei Problemen und sind
das Bindeglied zur Verwaltung.
Zu Beginn der konstituierenden Sit-
zung verabschiedete Landrat Hans-Ul-
rich Ihlenfeld diejenigen, die zur ak-
tuellen Periode aus dem Beirat aus-
scheiden. „Wir haben immer gut zu-
sammengearbeitet und ich bin mir si-
cher, das wird so weitergehen. Es ist
notwendig, dass wir vorurteilsfrei und
offen sind und unsere Gemeinschaft
pflegen. Wir wollen nicht, dass frem-
denfeindliches Gedankengut weiterge-
tragen wird.“ Er dankte dem Beirat für
die Hilfe, die er leistet, er sei eine gro-
ße Unterstützung für alle Migranten
und Flüchtlinge. Besonders bedankte
sich Ihlenfeld bei Olivier Farge, der
den Vorsitz des Beirats abgibt. „Sie ha-
ben auch unterschiedliche Blickwin-
kel zusammengebracht und gemeis-
tert.“ Neuer Vorsitzender des Beirats
wird Ernst Bedau, seine Vertreterin-
nen sind Anna Breier und Lara Jen-
nings. „Das Amt für Migration und In-
tegration setzt die Gesetze um, wir ha-
ben die humanitären Dinge im Blick.
In diesem Sinne möchten wir Ermes-
sensspielräume kreativ mitgestalten
und gemeinsam an einem Strang zie-
hen“, sagte Bedau nach seiner Wahl
zum Vorsitzenden. Die Sprechstunde,
immer am ersten Donnerstag im Mo-
nat zwischen 16 und 18 Uhr im Kreis-
haus möchte der Beirat beibehalten.
Hier können Probleme ohne Voran-
meldung mit Beiratsmitgliedern be-
sprochen werden. Die abendlichen Sit-
zungen des Beirats für Migration und
Integration sind öffentlich, die nächs-
te ist für 18. Februar geplant.
Die Mitglieder des Beirats für die Wahl-
periode 2014 bis 2019: Ernst Bedau
(Deidesheim), Kamilla Beris (Däne-
mark; Bad Dürkheim), Anna Breier
(Russland; Bad Dürkheim), Etienne Far-
ge (Grünstadt), Olivier Farge (Frank-
reich; Grünstadt), Bernd Frietsch (Klein-
karlbach), Lara Jennings (Bad Dürk-
heim), Agnes Kaufmann (Malaysia;
Haßloch), Bayram Türkoglu (Türkei;
Grünstadt), Inci Uzun (Türkei; Haß-
loch); Vertreter der Fraktionen: Birgit
Groß (CDU), Andrea Germann (SPD),
Maren Show (FWG), Rudolf Hoffmann
(Grüne). FDP und AfD teilen sich mit
ihrem Sitz die Wahlperiode, den ers-
ten Teil übernimmt die AfD.
Ausgeschieden sind: Marija Berac, Ai-
nie Boussalah, Mustafa Cimsit, Anto-
nio Parra Sanchez, Eleni Thimiani; Ver-
treter der Fraktionen: Reinhold Nieder-
höfer (SPD), Eugen Eibel (FWG), Hei-
di Langensiepen (FDP), Ellen Mess-
ner-Vogelesang (Grüne).
Ausblick: Die Schüler schreiben Wün-
sche auf grüne Zettel.
Betont in ihrer Rede, dass der Islam Terrorakte verurteilt: Zehsra Temel.
Zum Nachdenken: Songs und Textin-
terpretationen.
Fotos: KV/Müller (3)
Mit neuen Mitstreitern: der Migrationsbeirat des Landkreises.
Foto: KV/Müller
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